Dominikanische Republik eröffnet elektrische Mobilitätsroute in der Kolonialzone von Santo Domingo

SANTO DOMINGO – Die Regierung der Dominikanischen Republik hat eine neue Elektromobilitätsroute in der historischen Altstadt von Santo Domingo offiziell eröffnet. Präsident Luis Abinader und Tourismusminister David Collado weihten die neue „Ruta de Electromovilidad de la Ciudad Colonial“ ein, die den Transport für Einwohner und Besucher im historischen Zentrum der Hauptstadt erleichtern soll.

Das Projekt umfasst zunächst fünf Elektrobusse mit einer Kapazität von jeweils 22 Fahrgästen. Die Fahrzeuge sind barrierefrei ausgestattet und verfügen über Zugangsrampen, Stellflächen für Rollstühle sowie bevorzugte Sitzplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Die neue Route erstreckt sich über 12,4 Kilometer und umfasst 31 Haltestellen. Davon befinden sich 17 innerhalb der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Ciudad Colonial und weitere 14 in angrenzenden Stadtgebieten.

Teil der umfassenden Modernisierung der Altstadt

Während der Eröffnungsfeier betonte Präsident Abinader, dass das Projekt Teil der laufenden Maßnahmen zur Modernisierung und Aufwertung des historischen Zentrums von Santo Domingo sei. Ziel sei es, die Lebensqualität für Anwohner zu verbessern und gleichzeitig die Attraktivität des Viertels für Besucher zu steigern.

Tourismusminister Collado hob hervor, dass die zahlreichen Investitionen und Infrastrukturmaßnahmen die Position der Ciudad Colonial als eines der wichtigsten touristischen Ziele des Landes weiter stärken. Die Verbesserungen würden den historischen Wert des UNESCO-Welterbes zusätzlich aufwerten und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Finanzierung durch EU und Interamerikanische Entwicklungsbank

Zur Infrastruktur des Projekts gehören moderne Ladeeinrichtungen für die Elektrofahrzeuge sowie weitere Maßnahmen zur Gewährleistung der vollständigen Barrierefreiheit.

Der Betrieb der neuen Linie wird von der staatlichen Verkehrsgesellschaft OMSA übernommen. Die Aufsicht und Regulierung liegen beim Nationalen Institut für Landverkehr und Verkehrssicherheit (INTRANT).

Finanziert wurde das Vorhaben unter anderem durch eine Spende der Europäischen Union in Höhe von über 71 Millionen Dominikanischen Pesos. Zusätzlich stellte die Interamerikanische Entwicklungsbank (BID) rund 98 Millionen Dominikanische Pesoszur Verfügung. Die Mittel wurden für die Anschaffung der Busse, den Bau der Ladeinfrastruktur sowie technische Unterstützung bei der Inbetriebnahme eingesetzt.

Museum Alcázar de Colón nach Modernisierung wieder eröffnet

Parallel zur Inbetriebnahme der Elektromobilitätsroute wurde auch das traditionsreiche Museo Diego Colón Palacio Virreinal, besser bekannt als Alcázar de Colón, wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.

Das Museum präsentiert sich nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten mit einem zeitgemäßen Ausstellungskonzept. Besucher erwarten audiovisuelle, digitale und interaktive Elemente, verbesserte Barrierefreiheit sowie eine umfassendere und inklusivere Darstellung der Geschichte. Die neue Museumspräsentation erstreckt sich über 17 Ausstellungsräume, vier Galerien und einen Innenhof mit Blick auf den Fluss Ozama.

Investitionen von mehr als 188 Millionen Pesos

Die neue Museumsinszenierung wurde mit Investitionen von mehr als 188 Millionen Dominikanischen Pesos umgesetzt und durch die BID finanziert. Neben der Lebensgeschichte von Diego Colón, dem Sohn von Christoph Kolumbus, und seiner Ehefrau María de Toledo, werden nun auch die Perspektiven der indigenen Bevölkerung, afrikanischer Sklaven sowie des Alltagslebens im kolonialen Santo Domingo stärker berücksichtigt.

Ergänzend unterstützten das Tourismusministerium und das Centro León die Restaurierung einer bedeutenden Sammlung von Wandteppichen aus dem 16. Jahrhundert, die heute ebenfalls im Museum ausgestellt sind.

Zur Modernisierung gehören außerdem ein neues denkmalgerechtes Beleuchtungskonzept für das gesamte Gebäude und dessen Innenhof sowie eine visuelle Inszenierung in Richtung der Plaza de España, die dem historischen Areal zusätzliche Attraktivität verleiht.

Revitalisierungsprogramm für die Kulturstätten der Altstadt

Die Sanierung des Alcázar de Colón ist Bestandteil des umfassenden Programms zur Revitalisierung der Museen in der Ciudad Colonial. Bereits zuvor wurden das Museo Fortaleza de Santo Domingo im März 2024 sowie das Museo de la Catedral im Juni 2024 umfassend modernisiert und wiedereröffnet.

Mit der Kombination aus nachhaltiger Elektromobilität, Denkmalpflege und kultureller Aufwertung setzt die Dominikanische Republik ihre Bemühungen fort, die Ciudad Colonial als modernes, barrierefreies und international konkurrenzfähiges Tourismuszentrum zu etablieren. (DRT)

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