Dominikanische Republik: 37 Todesfälle im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen im September

37 Todesfälle bei mutmaßlichen Schusswechseln mit der Polizei im September sorgen für Diskussionen

Santo Domingo. In der Dominikanischen Republik sind im September mindestens 37 Personen bei Vorfällen ums Leben gekommen, die von der Nationalpolizei als Schusswechsel zwischen Verdächtigen und Polizeibeamten beschrieben werden. Die Zahl hat erneut eine Debatte über Polizeieinsätze und den Schutz der Menschenrechte ausgelöst.

Nach Angaben, die am Montag veröffentlicht wurden, ereigneten sich 23 der 37 Todesfälle zwischen dem 18. und 25. September, was auf eine deutliche Häufung der Fälle in der zweiten Monatshälfte hinweist.

Menschenrechtsvertreter hinterfragen Vorgehensweise

Verschiedene Menschenrechtsorganisationen äußerten Zweifel an den Umständen einiger Todesfälle und forderten eine umfassende Aufklärung der Vorfälle. Einzelne Vertreter bezeichneten die Geschehnisse als mögliche außergerichtliche Tötungen. Dabei handelt es sich jedoch um Einschätzungen der Organisationen und nicht um gerichtliche Feststellungen.

Die Nationalpolizei weist diese Vorwürfe zurück und erklärt, die Verstorbenen seien in Ermittlungen wegen schwerer Straftaten wie Tötungsdelikten, Raubüberfällen und bewaffneten Überfällen verwickelt gewesen. Mehrere Personen seien zudem per Haftbefehl gesucht worden. Nach Darstellung der Behörden kamen die Betroffenen während bewaffneter Konfrontationen mit Polizeikräften ums Leben.

Santo Domingo und Santiago mit den meisten Fällen

Die größte Zahl der registrierten Vorfälle entfiel auf Santo Domingo, wo elf Todesfälle gemeldet wurden. Es folgt Santiago mit sechs Fällen.

Jeweils zwei Todesfälle wurden aus den Provinzen Azua, Barahona, Duarte und Puerto Plata gemeldet. Weitere Provinzen verzeichneten jeweils einen Fall.

Ombudsmann fordert Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien

Der dominikanische Ombudsmann Pablo Ulloa kritisierte öffentlich die hohe Zahl der Todesfälle bei mutmaßlichen Schusswechseln mit der Polizei. Er betonte, dass die Tötung eines Menschen niemals als Ersatz für ein rechtskräftiges Gerichtsurteil dienen dürfe.

Nach seinen Worten sei es Aufgabe der Polizei, Straftaten zu untersuchen, während die Staatsanwaltschaft Anklagen erheben und die Gerichte im Rahmen eines rechtsstaatlichen Verfahrens über Schuld oder Unschuld entscheiden müssten. Zudem erinnerte Ulloa daran, dass die dominikanische Verfassung das Recht auf Leben garantiere.

Bereits 180 Todesfälle seit Jahresbeginn registriert

Laut den veröffentlichten Daten wurden zwischen dem 5. Januar und dem 21. September 2026 insgesamt 180 Todesfälle bei Vorfällen registriert, die offiziell als Schusswechsel mit Polizeibeamten eingestuft wurden.

Die im September verzeichneten 37 Fälle entsprechen damit rund einem Fünftel aller derartigen Vorfälle seit Jahresbeginn und verdeutlichen die anhaltende Diskussion über Polizeiarbeit, Kriminalitätsbekämpfung und Menschenrechte in der Dominikanischen Republik.

Kommentar: ob nun 45.000 Polizisten auf den Strassen des Landes mehr Sicherheit bringen? Man kann nur hoffen immer weit weg zu sein von Orten wo geschossen wird. Oft trifft eine „Bala perdida“ Unschuldige.

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