
Ein Antrag der britischen Firma Oxitec (heute Flyttr) zur Einführung des transgenen Moskitos Aedes aegypti OX5034 stieß innerhalb der zuständigen Fachgremien auf geteilte Meinungen.
- Hintergrund:
Das Umweltministerium startete im April eine öffentliche Konsultation über ein neues Regelwerk zur Einführung und Vermarktung gentechnisch veränderter Organismen. Ziel ist es, die staatliche Aufsicht über solche Technologien zu stärken.
- Die Technologie:
Freigesetzte genetisch veränderte Mückenmännchen paaren sich mit wilden Weibchen. Die weiblichen Nachkommen überleben nicht, wodurch die Population des Dengue‑Überträgers reduziert werden soll.
- Der Antrag:
Flyttr betonte, dass es sich nur um eine regulatorische Phase handelt – mit technischen Bewertungen, Biosicherheitsanalysen und ggf. öffentlichen Konsultationen. Eine Freisetzung sei damit nicht automatisch erlaubt.
- Bewertung:
Ein Risikogutachten aus Panama, Brasilien und der Dominikanischen Republik kam zu dem Schluss, dass mögliche Auswirkungen auf Ökosysteme gering seien, empfahl aber ein Monitoring nach einer Freisetzung.
- Uneinigkeit:
In der Nationalen Biosicherheitskommission (Conabio) gab es keine Einigung: einige Mitglieder unterstützten die Initiative, andere äußerten Umweltbedenken.
- Gesetzliche Grundlage:
Die Prüfung erfolgt nach dem Gesetz 219‑15 über Biosicherheit, basierend auf dem Cartagena‑Protokoll. Laut der Direktorin für Biodiversität, Marina Hernández, bedeutet das Vorhandensein potenzieller Risiken nicht automatisch eine Ablehnung, sondern erfordert strenge Prüfungen.
- Expertenmeinung:
Epidemiologe Manuel Colomé sieht transgene Mücken als ergänzende Maßnahme im Rahmen einer umfassenden Strategie gegen Dengue. Feldversuche zeigen bis zu 80 % Reduktion der Mückenpopulation, doch sei unklar, ob dies tatsächlich zu weniger Dengue‑Fällen führt.
- Internationale Erfahrungen:
Brasilien, Panama, Indien, die Kaimaninseln und die USA haben bereits Millionen solcher Mücken freigesetzt. Ergebnisse zeigen teils über 90 % Rückgang der Population, doch gibt es Kritik wegen möglicher Umweltfolgen und mangelnder Transparenz.
📝 Fazit
Der Antrag wurde nicht weiterverfolgt, weil die zuständigen Behörden keinen Konsens über Nutzen und Risiken erzielen konnten. Die Diskussion bleibt offen, da die Dominikanische Republik stark von Dengue betroffen ist und neue Technologien dringend prüft – aber nur unter strengen gesetzlichen und bioethischen Auflagen. (DomRepTotal)