Die weniger rühmlichen Rekorde der Dominikanischen Republik

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Als Tourismusland wirbt die Dominikanische Republik mit dem Slogan: „Das Land hat Alles“. Dem kann zustimmen, es wird wirklich eine große Vielseitigkeit angeboten. Ob Relaxen oder Action, Berg- oder Strandtourismus, viele verschiedene Klimazonen und dementsprechend eine sehr unterschiedliche Vegetation. Es ist auch das Land der Gegensätze, eine für karibische Verhältnisse gute Infrastruktur geht einher mit Stromausfällen und Engpässen in der Wasserversorgung.

Man wirbt mit vielen Spitzenergebnissen, wie der 1. Universität oder 1. Kathedrale im Neuen Amerika, hat viele andere Nr.1 Plätze inne, leider nicht immer im positiven Sinne. Drei Jahre in Folge hat man innerhalb Lateinamerikas beim Wirtschaftswachstum geführt, erreichte Werte über 7 %. Auch im Sport hat das kleine Land große Ergebnisse vorzuweisen. Die besten Peloteros im Baseball in der Großen Liga der USA kommen aus der DomRep. Das Damen – Volleyball – Team zählt zu den Top 10 der Welt, bei den Olympiaden gibt es Goldmedaillen für die kreolischen Sportler. Leider gibt es auch viele Führungspositionen in weniger rühmlichen Bereichen.

KorruptDas Guinness Buch der Rekorde weist die Dominikanische Republik aus als eines der am schlechtesten zu regierenden Länder. Die alten Werte von Vaterlandsliebe, Ethik und Moral, für die Duarte, Sanchez und Mella standen, werden heute überschattet von hoher Korruption.

 

Besonders schlecht schneidet man im Bereich Bildung und Erziehung ab, bei der PISA Studie wurden 72 Länder in den Fächern Wissenschaft, Lesen und Mathematik bewertet. Hier haben 70,7 % der dominikanischen Schüler über 15 Jahre die schlechtesten Ergebnisse erzielt. Die UNESCO kam bei einer Studie aus dem Jahr 2013 zum Ergebnis, dass dominikanische Schüler des 3. Grades nicht verstehen was sie lesen, keine mathematischen Aufgaben mit einfachsten Schwierigkeitsgraden lösen können.

Im Gesundheitswesen kann man ebenfalls nicht positiv punkten. Die Rate der Säuglingssterblichkeit ist hoch, 25 von 1000 Neugeborenen sterben. Damit belegt man in Lateinamerika den 4. Platz, hinter Haiti, Guyana und Bolivien. Eine im Jahr 2014 durchgeführte Umfrage ergab, das täglich 13 Babys vor einem Alter von 28 Tagen sterben.

Muttermilch gilt als die beste Ernährung für Neugeborene und Babys. In der Dominikanischen Republik werden aber nur 4,7 % der Neugeborenen mit Muttermilch versorgt, beim Vergleich von 21 Ländern Lateinamerikas liegt der Wert durchschnittlich bei 37,9 %.

Erschreckend hoch ist auch die Zahl der Muttersterblichkeit. Obwohl 85 % der Geburten in Kliniken und Gesundheitszentren, oder durch spezialisierte Fachkräfte durchgeführt werden, sterben 92 Mütter (berechnet auf 100.000 Geburten). Nur in Haiti ist die Sterblichkeit von Müttern noch höher. Allein in diesem Jahr starben 91 Mütter, Stichtag war der 24. Juli 2017. Die Studie der Müttersterblichkeit wurde von UNICEF im Jahr 2016 durchgeführt.

kinderschwangerschaft 2Geht es um Kinderschwangerschaften, so ist man wieder unter den TOP 5 in der Region Lateinamerikas. 2015 lag die Zahl der Schwangeren mit einem Alter von 15 – 19 bei 20,5 %, die Zahl der Schwangerschaften < 15 Jahre wurde nicht angegeben, aber es ist keine Seltenheit dass Schwangere deutlich jünger sind als 15. Laut Unfpa (Büro der Vereinten Nationen, Statistik der Bevölkerung) ist die Fruchtbarkeit dominikanischer Jugendlicher fast doppelt so hoch wie weltweit. In der DR werden 90 / 1000 schwanger, weltweit liegt die Quote durchschnittlich bei 51 / 1000.

Kinderhochzeiten, ein weiterer beschämender 1. Platz für die Dominikanische Republik. Platz 1 bei Hochzeiten mit Jugendlichen im Alter von15 Jahren innerhalb der Karibik und Lateinamerikas, Platz 2 in der Kategorie unter 18 Jahren. Dies ist ein Ergebnis der Unicef, vergleichbar mit der Subsahara Afrikas.

Ein Guinness Rekord wurde im Jahr 2015 erreicht, im Buch der Weltrekorde wurde man als gefährlichster Ort der Welt katalogisiert im Bezug auf den Straßenverkehr. Eine Besserung gibt es nicht, im Jahr 2016 gab es in der DomRep die meisten Verkehrstoten in der Region Lateinamerikas und der Karibik. 29,3 Tote pro 100.000 Einwohner, das stattliche Ergebnis, andere Länder der Region kommen durchschnittlich auf 17 Tote / 100.000 Bewohner.

schuss 2Auch bei der Sicherheit kommt man nicht gut davon. Zwar wird Gebetsmühlenartig propagiert dass das Verbrechen und die Kriminalität weniger werden, die Polizeiarbeit hervorragend sei, doch die DomRep befindet sich unter den 10 unsichersten Ländern Lateinamerikas. Diese Angaben kommen von der Internationalen Vereinigung der Polizei – Wissenschaften und dem Institut für Wirtschaft und Frieden. Hier wird die Wirksamkeit der Polizei in Bezug auf Städtische Sicherheit gemessen.

Korruption und institutionelle Schwäche, ein weiterer Platz unter den Top 10 im Bereich des Öffentlichen Sektors, im weltweiten Korruptionsindex liegt man auf Platz 120 von 176 Ländern. Bei der Internationalen Transparenz kommt man auf 31 Punkte. 0 bedeutet, dass das Land „sehr verdorben“ ist, der Wert 100 steht für sehr transparente Politik und Arbeit.

In Bezug auf Mord und Totschlag kommt man ebenfalls unter die Top 10 in der Region Karibik und Lateinamerika. 15,8 Morde auf 100.000 Einwohner, ein Ergebnis der Untersuchungen der Internationalen Organisation InSigh Crime. In Bezug auf Frauenmorde kommt man gemeinsam mit El Salvador auf den 1. Platz der oben genannten Region.

Unsicherheit, laut dem Internationalen Index für Polizei und Sicherheit kommt man erneut in die Top 10 Lateinamerikas / Karibik.

Bei der Sterblichkeit liegt man bei neonatalen und Muttersterblichkeit hinter Haiti, weit vor allen anderen Ländern der Region, in Bezug auf „Tote durch Unfälle“ hat man den 1. Platz inne.

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