
Port-au-Prince, – Der Provisorische Wahlrat Haitis hat die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sowie das geplante Verfassungsreferendum erneut verschoben. Statt am 30. August sollen die Abstimmungen nun am 13. Dezember 2026 stattfinden. Es wären die ersten Wahlen seit zehn Jahren in einem Land, das von Gewalt und politischer Instabilität geprägt ist.
Gründe für die Verschiebungen
- Gewalt durch bewaffnete Banden: Der Premierminister Alix Didier Fils-Aimé erklärte, Wahlen seien erst möglich, wenn die Banden besiegt und die Territorien zurückgewonnen seien.
- Politische Instabilität: Seit dem Mord an Präsident Jovenel Moïse im Jahr 2020 gibt es keine durch Wahlen legitimierte Regierung.
- Sicherheitslage: Über 2.300 Tote allein im ersten Halbjahr 2026 durch Bandengewalt, ueber 6.000 Todesopfer 2025 (UN-Angaben).
- Fehlende Ressourcen: Der Wahlrat betonte, dass Sicherheit und Finanzierung entscheidend für die Durchführung des Wahlkalenders seien.
Geplanter Ablauf
- Erste Runde: 13. Dezember 2026
- Zweite Runde: 21. Februar 2027
- Endgültige Ergebnisse der Kommunalwahlen: 12. März 2027
Internationale Unterstützung
- Die UNO beschloss im September 2025 die Einrichtung der Fuerza de Represión de las Bandas (GSF) mit bis zu 5.500 Soldaten und Polizisten.
- Die USA setzen auf finanzielle Anreize und bieten Millionenprämien für Informationen über die Strukturen der wichtigsten kriminellen Koalitionen, darunter „Gran Grif“ und „Viv Ansanm“, angeführt von Jimmy Chérizier alias Barbecue. (DomRepTotal)