Drei Dominikaner in Panama wegen mutmaßlicher Schleusungs- und Menschenhandelsaktivitäten festgenommen

Panama-Stadt. Drei Staatsangehörige der Dominikanischen Republik sind in Panama in Untersuchungshaft genommen worden. Sie stehen im Verdacht, Teil eines Netzwerks zu sein, das Personen unter falschen Versprechungen nach Russland vermittelt haben soll.

Die Festnahmen erfolgten im Rahmen der Operation „Rescate Soberano“, einer Untersuchung der panamaischen Staatsanwaltschaft. Die Behörden prüfen, wie mehrere Personen für Reisen nach Russland angeworben wurden und ob Arbeitsangebote als Tarnung für eine spätere Einbindung in militärische Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine genutzt wurden.

Durchsuchungen in Hostel und Restaurant

Bei den Einsätzen nahmen Ermittler eine Frau sowie zwei Männer dominikanischer Herkunft fest. Durchsucht wurden ein Hostel und ein Restaurant im Stadtbezirk 24 de Diciembre in Panama-Stadt.

Dabei stellten die Behörden verschiedene Dokumente und technische Geräte sicher. Diese sollen nun ausgewertet werden, um mögliche Verbindungen zu internationalen Rekrutierungsstrukturen aufzudecken.

Die Ermittlungen laufen seit Juni und werden von der Zweiten Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität geführt.

Behörden identifizieren 30 Panamaer mit möglichem Bezug zum Konflikt

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurden bislang 30 panamaische Staatsbürger identifiziert, die in Verbindung mit dem Russland-Ukraine-Krieg stehen könnten. Davon sollen 21 Personen Verbindungen zu Russland und neun zur Ukraine aufweisen.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurden Interessenten mit Arbeitsangeboten gelockt, die Monatsgehälter zwischen 3.000 und 3.500 US-Dollar sowie Bonuszahlungen von bis zu 70.000 US-Dollar in Aussicht stellten.

Die Staatsanwaltschaft untersucht nun, ob diese Angebote gezielt genutzt wurden, um Personen in konfliktnahe Regionen zu bringen oder sie für militärische Einsätze zu rekrutieren.

Internationale Ermittlungen laufen weiter

Parallel zu den strafrechtlichen Untersuchungen führt Panama Gespräche mit Russland über die Rückführung eigener Staatsbürger, die mit dem Konflikt in Verbindung gebracht werden. Die Behörden wollen klären, ob es sich um Einzelfälle oder um eine international organisierte Struktur zur Anwerbung und Verbringung von Personen handelt.

Kommentar

Es wurde mehrfach in der Dominikanischen Republik vor Vermittlern gewarnt, die einen lukrativen Job in Russland anbieten. Wenn aber das Geld lockt, wird der Verstand weich.

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