
Wirtschaftsministerium korrigiert Darstellung zu Kraftstoffpreisen
SANTO DOMINGO – Das dominikanische Ministerium für Industrie, Handel und KMU (MICM) hat Berichte zurückgewiesen, wonach die Kraftstoffpreise innerhalb von fünf Monaten um insgesamt 231 Pesos pro Gallone gestiegen seien.
Nach Angaben des Ministeriums entsteht diese Zahl durch die Addition von Preisveränderungen verschiedener Kraftstoffarten, als würde es sich um ein einziges Produkt handeln. Eine solche Berechnung spiegele jedoch weder die tatsächlichen Kosten für Verbraucher noch die realen Auswirkungen auf die Haushalte wider.
Preisentwicklung je nach Kraftstoff unterschiedlich
Das MICM betonte, dass ausschließlich die Entwicklung einzelner Produkte aussagekräftig sei. Seit dem 11. Juni 2026 hätten sich die Preise wie folgt verändert:
- Benzin Regular: +3,2 %
- Diesel Regular: +4,2 %
- Benzin Premium: +6,7 %
- Diesel Óptimo: +10,2 %
- Flüssiggas (GLP): –1,5 %
Zudem stellte das Ministerium klar, dass seit Mitte Juni nicht fünf, sondern rund vier Monate vergangen seien und der Zeitraum eine 90-tägige Preisstabilisierung umfasste.
Staat subventioniert weiterhin hohe Beträge
Besonders hervor hebt die Regierung die weiterhin umfangreichen Kraftstoffsubventionen. Für die Woche vom 10. bis 16. Oktober übernimmt der Staat pro Gallone:
- Premium-Benzin: RD$ 30,34
- Regular-Benzin: RD$ 59,64
- Diesel Óptimo: RD$ 98,03
- Diesel Regular: RD$ 97,98
- Flüssiggas (GLP): RD$ 41,25
Laut MICM summieren sich die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen im Jahr 2026 bereits auf mehr als 38,2 Milliarden Pesos.
Internationale Raffineriemargen treiben Preise
Das Ministerium verweist darauf, dass die Dominikanische Republik überwiegend raffinierte Kraftstoffe importiert. Maßgeblich seien dabei die Preise an der US-Golfküste und nicht direkt der Rohölpreis (WTI).
Insbesondere beim Diesel hätten sich die internationalen Raffineriemargen auf ungewöhnlich hohem Niveau bewegt. Dadurch könnten die Inlandspreise selbst dann steigen, wenn sich der Rohölpreis relativ stabil entwickelt.
Kommentar: Die Kraftstofffrage bleibt politisch brisant
Die Diskussion zeigt einmal mehr, wie sensibel Kraftstoffpreise in der Dominikanischen Republik wahrgenommen werden. Für viele Familien sind Benzin, Diesel und Flüssiggas direkte Bestandteile der monatlichen Lebenshaltungskosten. Steigende Transportkosten wirken sich zudem auf Lebensmittelpreise, Logistik und Dienstleistungen aus.
Tatsächlich ist die Argumentation des MICM nachvollziehbar, dass die Addition mehrerer Preissteigerungen unterschiedlicher Produkte nur begrenzte Aussagekraft besitzt. Niemand tankt gleichzeitig Premium-Benzin, Diesel und Flüssiggas im selben Fahrzeug. Für die meisten Verbraucher zählt vielmehr die Entwicklung des jeweils genutzten Energieträgers.
Gleichzeitig zeigt die Höhe der staatlichen Zuschüsse, dass die Regierung weiterhin erhebliche Summen aufwendet, um stärkere Preissprünge an den Zapfsäulen zu verhindern. Diese Politik entlastet zwar Verbraucher und Unternehmen kurzfristig, belastet jedoch dauerhaft den Staatshaushalt.
Die entscheidende Frage wird daher sein, wie lange milliardenschwere Subventionen finanzierbar bleiben. Solange internationale Raffineriemargen und Energiepreise auf erhöhtem Niveau verharren, bleibt der Spielraum der Regierung begrenzt. Für Verbraucher bedeutet dies, dass trotz staatlicher Unterstützung auch in den kommenden Monaten mit Preisbewegungen bei Kraftstoffen gerechnet werden muss.