
Hotelboom hält an: Marriott plant fast 50 Hotels bis 2031
SANTO DOMINGO – Die internationale Hotelgruppe Marriott International plant eine weitere Expansion in der Dominikanischen Republik. Ziel ist es, die Zahl der Hotels im Land innerhalb der kommenden drei Jahre auf 29 Häuser zu erhöhen.
Wie Bereichsleiter Brock Hochhalter gegenüber Branchenmedien erklärte, verfügt Marriott aktuell über 23 Hotels im laufenden Betrieb, überwiegend in den touristischen Zentren Punta Cana und Santo Domingo. Darüber hinaus befinden sich zahlreiche weitere Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.
Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits 19 Vereinbarungen unterzeichnet oder weitgehend vorbereitet, die zusammen rund 3.400 zusätzliche Zimmer schaffen sollen. Hinzu kommen weitere geplante Projekte für die kommenden Jahre.
Santiago und La Vega gewinnen an Bedeutung
Ein Schwerpunkt der Expansion liegt zunehmend außerhalb der klassischen Tourismusregionen.
Marriott plant zusätzliche Standorte in Santiago sowie ein neues Hotel in La Vega. Besonders weit fortgeschritten ist das Projekt City Express by Marriott La Vega, das als Stadthotel der mittleren Kategorie mit rund 100 bis 130 Zimmern entstehen soll.
Nach Angaben des Unternehmens verfolgt Marriott gezielt eine Strategie, auch in Städten präsent zu sein, in denen die Gruppe bislang noch nicht vertreten ist.
Großprojekt in Santo Domingo Este geplant
Zu den bedeutendsten Vorhaben zählt das geplante AC Marriott Santo Domingo Este, das im zukünftigen City Center Santo Domingo Este entstehen soll.
Das Hotel soll über rund 300 Zimmer verfügen und Teil eines größeren Komplexes werden, der zusätzlich ein Einkaufszentrum sowie Wohnanlagen umfasst. Die Eröffnung wird derzeit innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre erwartet.
Langfristig fast 50 Hotels im Land
Marriott zeigt sich äußerst optimistisch hinsichtlich der Entwicklung des dominikanischen Hotelmarktes. Nach Aussagen des Managements könnte das Unternehmen bis zum Jahr 2031 nahezu 50 Hotels im Land betreiben.
Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden bereits mehrere neue Häuser eröffnet, was den anhaltenden Investitionsboom im dominikanischen Tourismussektor unterstreicht.
Kommentar: Tourismus wächst zunehmend außerhalb der klassischen Urlaubsregionen
Die Expansionspläne von Marriott sind ein deutliches Signal für das Vertrauen internationaler Investoren in die wirtschaftliche Entwicklung der Dominikanischen Republik. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die neuen Projekte nicht ausschließlich auf klassische Ferienziele wie Punta Cana konzentrieren.
Vor allem Santiago, La Vega und Santo Domingo Este profitieren vom Trend zu Geschäftsreisen, regionalem Tourismus und zunehmender wirtschaftlicher Aktivität außerhalb der Küstenregionen. Internationale Hotelketten folgen damit einer Entwicklung, die seit einigen Jahren zu beobachten ist: Das Wachstum verlagert sich zunehmend in urbane Zentren und wirtschaftsstarke Provinzen.
Für die Regionen bedeuten neue Hotels nicht nur zusätzliche Übernachtungskapazitäten. Sie schaffen Arbeitsplätze, erhöhen die Nachfrage nach lokalen Dienstleistungen und tragen zur Modernisierung der Infrastruktur bei.
Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass der Hotelboom auch Herausforderungen mit sich bringt. Neben steigendem Flächenverbrauch rücken Themen wie Wasserversorgung, Energiebedarf und Verkehrsbelastung stärker in den Fokus. Gerade in der Dominikanischen Republik wird seit Jahren diskutiert, wie sich weiteres Tourismuswachstum mit einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen vereinbaren lässt.
Aus wirtschaftlicher Sicht bleibt die Entwicklung jedoch ein starkes Signal: Internationale Marken wie Marriott sehen weiterhin erhebliches Potenzial in der Dominikanischen Republik und setzen ihre Investitionen trotz globaler Unsicherheiten konsequent fort.
