
Puerto Plata – Die dominikanische Nationalpolizei hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft eine Frau festgenommen, die im Zusammenhang mit einem schweren Raubüberfall und einer mutmaßlichen Entführung eines deutschen Staatsbürgers steht. Ein weiterer Tatverdächtiger befindet sich weiterhin auf der Flucht.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden drangen die Verdächtigen in die Wohnung des Deutschen ein, fesselten ihn und entwendeten Bargeld, Bankkarten sowie ein Mobiltelefon. Anschließend soll versucht worden sein, auf die Bankkonten des Opfers zuzugreifen, um einen Betrag von rund 40.000 Euro zu erlangen. Dieser Versuch blieb jedoch erfolglos.
Die festgenommene Verdächtige, Alejandra Rojas Saldaña, bekannt unter dem Spitznamen „Yolaska“, soll nach eigenen Angaben seit etwa sechs Monaten eine Beziehung mit dem deutschen Staatsbürger geführt haben. Diese persönliche Verbindung habe es ihr ermöglicht, gemeinsam mit ihrem mutmaßlichen Komplizen Zugang zur Wohnung des Opfers zu erhalten.
Da es den Tatverdächtigen offenbar nicht gelang, an weiteres Geld zu gelangen, versuchten sie laut Ermittlern, den Mann gegen seinen Willen an einen anderen Ort zu verbringen. Während eines Zwischenstopps an einer Tankstelle an der Straße zwischen Puerto Plata und Sosúa nutzte das Opfer jedoch einen günstigen Moment, sprang aus dem Fahrzeug und konnte sich in Sicherheit bringen.
Der weiterhin gesuchte Verdächtige Yeifri Riquerbin Batista Martínez, alias „Jefri“, soll mit einem zweiten Fahrzeug, das ebenfalls dem Opfer gehört, vom Tatort geflüchtet sein.
Die schnelle Reaktion der Ermittlungsbehörden führte zur Sicherstellung von zwei SUVs, darunter die weiße Honda CR-V des deutschen Staatsbürgers. Zudem wurden bei der Festnahme der Beschuldigten 100 Euro, 10 US-Dollar und 5.300 Dominikanische Pesos sichergestellt, die nach ersten Erkenntnissen aus der Tat stammen könnten.
Die Nationalpolizei setzt die Fahndung nach dem flüchtigen Verdächtigen fort und prüft gleichzeitig, ob weitere Personen an dem Verbrechen beteiligt waren. Die Ermittlungen werden unter Leitung der Staatsanwaltschaft weitergeführt. (M. Danilova-DRT-DL)

Der Fall sorgt insbesondere in der internationalen Gemeinschaft von Puerto Plata für Aufmerksamkeit, da erneut Fragen zur Sicherheit ausländischer Immobilienbesitzer und Langzeitresidenten in der Dominikanischen Republik aufgeworfen werden. Die Staatsanwaltschaft untersucht derzeit die genaue Tatbeteiligung aller Verdächtigen und prüft, ob weitere Personen in den Fall verwickelt sein könnten.
Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung.