
Tourismusboom in der Dominikanischen Republik setzt neue Maßstäbe.
Santo Domingo.- Mit mehr als 9,24 Millionen Besuchern in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 steuert das Karibikland auf ein historisches Rekordjahr zu. Tourismusminister David Collado erwartet bis Jahresende über 12,4 Millionen Gäste und damit einen neuen Höchststand für die wichtigste Wirtschaftsbranche des Landes.
9,24 Millionen Besucher in nur neun Monaten
Die Dominikanische Republik verzeichnet weiterhin ein beeindruckendes Wachstum im Tourismussektor. Zwischen Januar und September 2026 reisten insgesamt 9.241.246 Besucher ins Land ein. Das entspricht einem Plus von 7,5 Prozent gegenüber 2025, einem Zuwachs von 10,4 Prozent im Vergleich zu 2024 und sogar 60,4 Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019.
Davon kamen 7.143.993 Touristen auf dem Luftweg, während 2.097.253 Kreuzfahrtpassagiere über die Häfen des Landes eintrafen.
Bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen in Puerto Plata sprach Tourismusminister David Collado von einem weiteren historischen Meilenstein für die Branche.
Starker September mit zweistelligen Wachstumsraten
Allein im September 2026 registrierte die Dominikanische Republik 684.831 Besucher. Dies entspricht einem Wachstum von 16,4 Prozent gegenüber September 2025, einem Plus von 17,9 Prozent im Vergleich zu 2024 und sogar 83,3 Prozent mehr als 2019.
Aufgeschlüsselt nach Anreiseformen entfielen:
- 533.735 Touristen auf den Luftverkehr
- 151.096 Kreuzfahrtgäste auf den Seeweg
Besonders stark entwickelte sich erneut der Kreuzfahrttourismus mit einem Zuwachs von 54,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
USA bleiben wichtigster Quellmarkt
Die Vereinigten Staaten bleiben mit großem Abstand der wichtigste Herkunftsmarkt. Im September stammten 39 Prozent aller Touristen aus den USA.
Die weiteren wichtigsten Quellmärkte waren:
- Kanada: 11 Prozent
- Kolumbien: 9 Prozent
- Argentinien: 7 Prozent
- Mexiko: 4 Prozent
- Puerto Rico: 4 Prozent
- Vereinigtes Königreich: 3 Prozent
- Brasilien: 3 Prozent
Die Zahlen unterstreichen die zunehmende Diversifizierung der internationalen Gästestruktur, auch wenn Nordamerika weiterhin dominiert.
Punta Cana bleibt das Tor zum Tourismus
Der Flughafen Punta Cana behauptete mit 47 Prozent aller Ankünfte erneut seine Spitzenposition.
Es folgen:
- Las Américas (Santo Domingo): 32 Prozent
- Cibao: 12 Prozent
- Higüero: 4 Prozent
- Puerto Plata: 3 Prozent
- La Romana und Samaná: jeweils 1 Prozent
Auch bei den Flugverbindungen führen die USA mit 41 Prozent deutlich vor Panama, Kolumbien, Kanada und Puerto Rico.
Hohe Zufriedenheit der Urlauber
Die touristische Nachfrage bleibt nicht nur hoch, sondern auch die Zufriedenheit der Gäste befindet sich auf bemerkenswertem Niveau.
Die Hotelauslastung lag im September bei 55 Prozent, während die Besucher ihr Urlaubserlebnis mit 4,4 von 5 Punkten bewerteten.
Besonders bemerkenswert:
- 93 Prozent der Besucher würden erneut in die Dominikanische Republik reisen.
- 63 Prozent würden das Reiseziel aktiv weiterempfehlen.
Kommentar: Rekorde allein lösen nicht die Zukunftsprobleme
So erfreulich die neuen Rekordzahlen auch sind, sie werfen zugleich eine wichtige Frage auf: Wer profitiert tatsächlich vom Tourismusboom?
Seit Jahren fließen Milliardeninvestitionen vor allem in Hotels, Flughäfen, Kreuzfahrtterminals, Straßen zu Tourismuszentren und exklusive Ferienanlagen. Punta Cana, Miches, Cap Cana oder die Kreuzfahrthäfen erleben einen beispiellosen Ausbau.
Gleichzeitig kämpfen zahlreiche Gemeinden im Landesinneren weiterhin mit maroder Infrastruktur, schlechter Wasserversorgung, unzureichender Abwasserentsorgung und einer oftmals angespannten Stromversorgung.
Besonders kritisch ist die Entwicklung beim Thema Wasser. Der Tourismus gehört zu den wasserintensivsten Wirtschaftszweigen überhaupt. Große Hotelanlagen, Golfplätze, Pools und Grünflächen benötigen enorme Mengen an Wasser. Während Touristen selbstverständlich eine tägliche Versorgung erwarten, wächst in vielen Regionen die Sorge vor künftigen Engpässen.
Experten weisen seit Jahren darauf hin, dass die Dominikanische Republik durch Klimawandel, längere Trockenperioden, Bevölkerungswachstum und steigenden Verbrauch zunehmend unter Druck gerät. In mehreren Provinzen sind Wasserknappheit und Versorgungsprobleme bereits heute Realität.
Die entscheidende Herausforderung lautet daher nicht mehr, wie viele Touristen das Land noch anziehen kann, sondern wie der entstandene Wohlstand langfristig und nachhaltig verteilt wird.
Denn ein Rekord von 12 oder sogar 15 Millionen Besuchern wird wenig wert sein, wenn gleichzeitig Wasserreserven schrumpfen, die Umwelt belastet wird und viele Bürger außerhalb der Tourismuszentren vom Boom nur wenig spüren.
Der Tourismus ist zweifellos die Erfolgsgeschichte der Dominikanischen Republik. Die eigentliche Bewährungsprobe wird jedoch darin bestehen, diesen Erfolg künftig stärker mit Nachhaltigkeit, Umweltschutz und einer breiteren Entwicklung des gesamten Landes zu verbinden.