
Santo Domingo, Dominikanische Republik – Anhaltende Regenfälle infolge eines Tiefdruckgebiets haben in mehreren Provinzen der Dominikanischen Republik erhebliche Schäden verursacht. Nach Angaben des Katastrophenschutzes COE (Centro de Operaciones de Emergencia) sind derzeit 412 Menschen betroffen, 103 Wohnhäuser beschädigt, eine Gemeinde von der Außenwelt abgeschnitten sowie 19 Wasserwerke außer Betrieb.
Die Wetterlage sorgt weiterhin für starke Niederschläge, Gewitter und teils heftige Windböen in weiten Teilen des Landes.
Besonders betroffen: Süden und Südwesten
Den offiziellen Schadensberichten zufolge wurden in der Provinz Independencia bereits 36 beschädigte Häuser gemeldet. Im Bezirk Batey in der Provinz Bahoruco kam es zu erheblichen Überschwemmungen. Allein in der Gemeinde Batey 2 sind nach ersten Schätzungen 66 Wohnhäuser betroffen.
Auch in der Provinz Barahona wurden mindestens zehn überschwemmte Häuser registriert.
In Monte Plata führte das Anschwellen des Flusses El Naranjo dazu, dass die Verbindung zwischen den Gemeinden Peralvillo und El Naranjo vorübergehend unterbrochen wurde.
Straßen überflutet und Verkehrsbehinderungen
In der Provinz Azua verursachten Wassermassen, Schlamm, Äste und Geröll Überschwemmungen entlang der wichtigen Fernstraße Sánchez. Auch auf der Autopista Las Américas in Santo Domingo Este kam es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen durch Überflutungen in der Nähe der Mautstation.
Fast 405.000 Menschen von Wasserausfällen betroffen
Besonders kritisch ist die Situation bei der Trinkwasserversorgung. Nach Angaben des Wasserversorgers INAPA sind derzeit 19 Aquädukte außer Betrieb, wodurch rund 404.692 Einwohner vorübergehend von Einschränkungen bei der Wasserversorgung betroffen sind.
Betroffen sind vor allem die Provinzen:
- San Juan
- Azua
- San Cristóbal
- Monte Plata
- Barahona
Die Behörden arbeiten an der Wiederherstellung der Versorgung.
17 Provinzen unter Wetterwarnung
Das COE hält weiterhin Wetterwarnungen für insgesamt 17 Provinzen aufrecht.
Gelbe Warnstufe:
- Pedernales
- Bahoruco
- Independencia
- Barahona
- Azua
- San José de Ocoa
- Peravia
- San Cristóbal
- Santo Domingo
- Distrito Nacional
Grüne Warnstufe:
- La Vega
- Monte Plata
- Monseñor Nouel
- Sánchez Ramírez
- San Juan
- Dajabón
- Elías Piña
Die Bevölkerung wird aufgefordert, Flüsse, Bäche und Schluchten mit hohem Wasserstand nicht zu durchqueren und sich an die Anweisungen der Einsatzkräfte zu halten.
Kommentar: Jedes Jahr die gleiche Herausforderung
Die heftigen Regenfälle zeigen erneut, wie verwundbar viele Regionen der Dominikanischen Republik gegenüber Naturereignissen sind. Während tropische Niederschläge zur Karibik gehören, bleiben Überschwemmungen, beschädigte Straßen und Ausfälle der Wasserversorgung ein wiederkehrendes Problem. Besonders betroffen sind häufig ländliche Gemeinden und einkommensschwache Haushalte, deren Infrastruktur den Wassermassen nur begrenzt standhält.
Langfristig wird es nicht ausreichen, nur auf Notfallmaßnahmen zu setzen. Investitionen in Entwässerungssysteme, Flussmanagement, Straßenbau und eine klimaresistente Infrastruktur werden entscheidend sein, um die Folgen künftiger Wetterereignisse zu begrenzen. Die aktuelle Situation verdeutlicht erneut, dass Katastrophenschutz nicht erst nach dem Unwetter beginnt, sondern bei einer vorausschauenden Planung. (DomRepTotal)