
Santiago de los Caballeros, Dominikanische Republik – Präsident Luis Abinader hat in Santiago ein groß angelegtes Sozialprogramm gestartet, das traditionelle Holz- und Kohleherde durch moderne Gasherde ersetzt. Gleichzeitig brachte die Initiative„Primero Tú“zahlreiche Gesundheits-, Bildungs- und Sozialleistungen direkt in die Stadtteile der Provinz.
Nach Angaben der Organisatoren profitierten mehr als 6.000 Menschen von medizinischer Versorgung, Sozialhilfe, Lebensmittelprogrammen und beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen.
Mehr Lebensqualität und Umweltschutz
Die Veranstaltungen fanden unter anderem im Club Plaza Valerio, der Schule Griselis Martínez im Stadtteil Pekín sowie im Sportzentrum Ambiórix Rodríguez in Cienfuegos statt. Ziel ist es, staatliche Dienstleistungen direkt zu den Menschen in sozial benachteiligten Vierteln zu bringen.
Präsident Abinader bezeichnete den Austausch der traditionellen Fogones (Holzherde) gegen Gasherde als Maßnahme der sozialen Gerechtigkeit. Dadurch sollen die Lebensbedingungen vieler Familien verbessert und gleichzeitig die Abholzung von Wäldern reduziert werden.
„Die Probleme der Bürger sind auch die Probleme der Regierung“, erklärte Abinader während der Veranstaltung.
Tausende Familien kochen noch mit Holz
Laut Edgar Augusto Félix, Direktor für Sozialhilfe und Gemeinschaftsversorgung, wurden bereits rund 4.000 Familien mit neuen Herden ausgestattet. In der Provinz Santiago würden jedoch noch immer etwa 9.400 Haushalte mit Holz oder Holzkohle kochen.
Neben Gasherden erhalten viele Familien auch:
- Gasflaschen
- Kühlschränke
- Ventilatoren
- Betten
- weitere notwendige Haushaltsgeräte
Zusätzlich wird Unterstützung für Familien angeboten, die von Bränden oder Überschwemmungen betroffen sind.
Gesundheit, Bildung und soziale Unterstützung
Im Rahmen des Programms „Primero Tú“ wurden zahlreiche Dienstleistungen angeboten:
- Anmeldung bei der Krankenversicherung Senasa
- Medizinische und zahnärztliche Untersuchungen
- Augenuntersuchungen
- Schwangerschaftsvorsorge
- Mammographien und Sonographien
- Ausgabe von Medikamenten
- Ernährungsberatung
- Berufs- und Weiterbildungskurse
- Aufklärung über Drogenprävention
- Lebensmittelverteilungen
Robert Polanco, Leiter der Präsidialbehörde Propeep, betonte, dass die Menschen im Mittelpunkt der Sozialpolitik der Regierung stehen. Staatliche Leistungen müssten dort angeboten werden, wo sie benötigt werden – direkt in den Gemeinden.
Zwischen Fortschritt und Tradition
Die Regierung sieht den Austausch der Holzherde als wichtigen Schritt für Gesundheit, Umwelt und Armutsbekämpfung. Besonders Frauen und Kinder leiden häufig unter Rauchentwicklung in geschlossenen Küchen, die Atemwegs- und Augenerkrankungen begünstigen kann.
Gleichzeitig berührt das Programm einen tief verwurzelten Teil der dominikanischen Kultur. Das Kochen über dem Fogón gehört seit Generationen zum ländlichen Leben der Dominikanischen Republik. Viele traditionelle Gerichte wie Sancocho, geschmortes Fleisch oder langsam gekochte Bohnen erhielten ihren charakteristischen Geschmack durch die Zubereitung über Holzfeuer. Die dominikanische Küche selbst ist geprägt von Taíno-, afrikanischen und spanischen Einflüssen und besitzt einen hohen kulturellen Stellenwert.
