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Dominikanische Republik: Müll, Materialabbau und Rodung, der Tod des Rio Bani - DomRep Total

Dominikanische Republik: Müll, Materialabbau und Rodung, der Tod des Rio Bani

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Santo Domingo.- Wäre ein Fluss nicht aus Wasser, so müsste man sagen: Der Fluss Bani blutet aus. Der Tod hat viele Ursachen, beginnend mit Bergen von Abfällen, die langsam im Flussbett treiben. Anderenorts versuchen viele Menschen ihren Lebensunterhalt mit dem Fluss zu verdienen, entziehen dem Flussbett Geröll, Kies und Sand. 

An anderen Stellen werden Büsche und Bäume am Flussufer gerodet. Es gibt selbsternannte „Pfleger des Flusses“, Männer, die ihre Augen nicht vor dem Missbrauch schließen und versuchen, den Fluss zu retten. Einer dieser Pfleger bezichtigt vor allem die LKW Fahrer, sie entziehen dem Fluss illegal Baumaterialien. Andere wieder kommen mit LKW´s und entladen Berge von Müll am Ufer. ER berichtet von gefährlichen Auseinandersetzungen. So habe er einmal mit dem Gewehr in die Luft geschossen, um einen LKW Fahrer davon abzuhalten, daraufhin gingen der Fahrer und sein Sohn mit Macheten auf ihn los. 

Probleme gibt es vor allem in der Provinz Peravia, in den Gemeinden El Paso de los Hieraus, Pueblo Nuevo und Fundacion. Während Reporter sich mit dem Fluss – Pfleger unterhalten werden sie Zeuge, wie ein weiterer Müll – LKW kommt, seine Fracht entladen will. Angesichts der Gruppe, die hier gerade steht, entscheidet er sich anders, fährt weiter am Flussufer entlang, verliert auf der holprigen Strecke Teile seiner Ladung. Dieses Treiben wird nie ein Ende finden, wenn nicht die Justiz einschreitet. Die Abfälle kontaminierte nicht nur den Fluss, die Entsorgung des Mülls in der Natur sorgt für viele weitere Probleme. Abläufe und Kanäle verstopfen, in der Regenzeit kommt es so immer wieder zu Überschwemmungen. Schlimm war es 2007, als Tropensturm Nouel das Land gegeißelt hat. Viele Hektar Land waren geflutet, es gab millionenschwere Ernteverluste. mehr als 100 menschen wurden obdachlos, ein Haus wurde vom Fluss mitgerissen und rund 20 Menschen im Sektor Santa Rosa starben in den Fluten. 

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Hausabfälle und Bauschutt sind, neben dem Entzug von Materialien, nur ein Teil des Flusssterbens. In hochgelegenen Zonen wie Paso la Palma oder El Recodo sieht man Rohre verschiedenen Durchmessers. Sie bringen Wasser aus dem Fluss Bani, es wird hochgepumpt um Kaffee- und Avocadoplantagen zu bewässern, welche hier immer mehr angelegt werden. Das geht zu Lasten der Wälder, sie werden gerodet um mehr Platz für die Landwirtschaft zu bieten. 

Der Fluss ist etwa 20 Kilometer lang, mündet am Strand Paya. Er ist eine wichtige Wasserquelle für die Gemeinden entlang des Flusslaufes, das Wasser jedoch wird knapper. Die Umweltbehörde der Region beharrt darauf, dass ein altes Regierungsversprechen endlich eingelöst wird, der Bau des Stausees La Gina. Dieser Stausee könnte die Aquädukte der Region füllen. Bisher füllt man diese mit dem Wasser des Stausees Valdesa, der jedoch muss auch Wasser nach San Cristobal und Santo Domingo liefern. Die Abholzung in Las Yayitas bedroht nicht nur den Fluss, es ist eine Bedrohung des neuen touristischen Paradieses, welches auf frische Quellen und Kaskaden setzt, auf Naturliebhaber, die diese Gegend bei einer Wanderung erkunden wollen.

Die Bewohner von Yayitas kombinieren landwirtschaftliche Arbeit mit der von touristischen Führern. Man bietet kleine Ausflugspakete an, Essenspakete, Wanderung / Ritt auf dem Muli. Die Exkursionen dauern 18 Stunden, einschließlich der Besuche von den Kaskaden und dem Park Higüey, einem wissenschaftlichen Reservat in den Hügeln Barbacoa, wo man, umgeben von Kaffeefeldern, zeltet. Eine Gruppe bis zu 20 Personen bringt einem Reiseführer Einnahmen bis zu 10.000 RD$. Die Reiseleiter wissen, dass das Land eine lange Zeit der Trockenheit durchlebt, aber vor allem die Abholzung in den Bergen, zur Anlegung landwirtschaftlicher Anbauflächen, sorgt für die zunehmende Austrocknung. Früher konnte man den Fluss kaum durchqueren, heute reicht das Wasser gerade noch dazu, die Füsse zu befeuchten.

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Mehr und mehr befürchtet man die baldige Austrocknung des Flusses Bani. Ein Bauer, der Salate anpflanzt, macht sich Sorgen. Wenn es nicht mehr so viel regnet wie früher, dann müssen wir den Fluss pflegen, dazu gehört auch die Einstellung der Abholzungen. Weitere Avocado-Plantagen zu Lasten von Waldgebieten kann man sich nit erlauben, es gefährdet die Wasserversorgung der Bewohner von Bani. 

Einer der Umweltaktivisten ist Manuel Guerrero, er gehört zur Stiftung „Universo Verde“, welche für die Erhaltung des Flusses Bani arbeitet. Keine leichte Aufgabe, denn es gibt nen, die Waldgebiete aufkaufen um hier Avocado Plantagen auszusäen. Dabei will man sogar im Nationalpark Padre Luis Quinn Bäume fällen um Avocados anzubauen. Dieser Park wurde 2009 zum Nationalpark deklariert, um den Hügel La Tachuela, in 1.545 Metern Höhe, zu schützen. Es ist ein Gebiet im östlichen Zentralgebirge und hier entspringen viele Wasserquellen. Man kann ganz einfach die Anpflanzungen und Bewässerungsleitungen sehen, ebenso viele Löcher im Gelände, denn LKW fahren hier Unmengen von Baumaterialien (Sand, Steine, Geröll) ab. Umweltaktivist Guerrero hat viele Fotos auf seinem Tablet, um diesen Missbrauch zu dokumentieren. 

Die Behörden zeigen sich uneinsichtig, Der Umweltbeauftragte Bautista gibt zahlreiche Anzeigen gegen Umweltverbrecher zu, nach seiner Aussage reicht es aber nicht für eine Anklage. Man habe zahlreiche Personen angeklagt, wegen illegalen Materialabbaus oder der Müllentsorgung, doch vor Gericht zeigen alle eine temporäre Genehmigung vor, so kam es nie zu einer Verurteilung. Das Problem der Abholzung ist ein anderes, man hat keine aktuellen Klagen. Bautista entschuldigt die Arbeiten der Behörden damit, dass man zu wenig Personal habe und nicht die geeignete Ausrüstung, um Täter auf frischer Tat zu erwischen.Man habe einen Capitan und einen Mayor von SENPA (Nationaler Umweltschutzdienst), sie verfügen über einen Pick Up. Diese beiden Polizisten haben die ganze Provinz zu kontrollieren, dazu gehören mehr als 150 Kilometer Flussläufe, Strände, Bäche und Dünen. Zudem sei das Fahrzeug nicht in guten Konditionen.

Die Materialabbauer sind sehr wohl über diese Zustände informiert, auch darüber, wo die Umweltpolizei sich befindet, dann baut man das Material in einem anderen Gebiet ab. Bautista bestätigt auch, dass es keine aktuellen Genehmigungen für einen Materialabbau gibt, die habe es vor 5 Jahren gegeben, als man an der Kanalisation der Region arbeitete. Diese Genehmigungen waren befristet auf ein Jahr. Bürgermeister Nelson Camilo Landestoy ist seit 17 Jahren im Amt und sagt, dass der Materialabbau ein erhebliches Problem in Bani sei. Man beachte weder die Soldaten der Streitkräfte, nicht die Umweltagenten und noch weniger die städtische Polizei. Man habe zu wenig Personal, um das Gebiet überwachen zu können. 13 Millionen RD$ erhalte man monatlich von der Verwaltung, man habe damit nicht genügend finanzielle Mittel, um die Gemeinde mit ihren 150.000 Bewohnern zu versorgen. Allein 200 Tonnen Abfälle müsse man täglich entsorgen.

Die Hoffnung will man nicht aufgeben, eine Umgehung und die Fertigstellung der Kanalisation sollen die Gemeinde besser schützen. 2009, nach Tropensturm Nouel, hatte der damalige Präsident Leonel Fernandez per Dekret 530-09) das Kanalisationsprojekt angeordnet. Am 21. April 2010 kündigte Indrhi (Nationales Institut für Hydraulische Mittel) an, man werde mit den Arbeiten beginnen, 175 Millionen RD$ werden dafür investiert. Neben dem Kanal sollten 6 Kilometer des Flusslaufes saniert werden. 10 Jahre nach dem Erlass des Dekretes fehlt es immer noch an 70 % der Arbeiten, so Bürgermeister Landestoy. 

Im Dezember 2015 gab es einen Bericht von Indrhi. Eine Anpassung des Flusslaufes und 2 Kilometer Kanalisation seien fertig gestellt, die Kosten dafür lagen bei 92.101.383,57 RD$: Schon zu den Regierungszeiten von Joaquin Balaguer (1986 – 1996) habe man einen Brückenbau versprochen. Wiederholt wurde dieses Versprechen seither von allen Präsidentschaftskandidaten und Präsidenten, allein die Brücke fehlt noch immer, es gibt nur ein Provisorium, ausreichend für Fußgänger und Motorradfahrer. Die Umgehungsstraße, für die drei weitere Brücken notwendig sind, wurde letztmalig im März 2019 angekündigt, Das MOPC gab an, dass man ein Budget von 267,5 Millionen RD$ bewilligt bekam. 

 

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