
Die Dominikanische Republik erlebt derzeit einen regelrechten Goldboom. Besonders die Schweiz entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Abnehmer des Edelmetalls. Zwischen Januar und September 2026 stiegen die Goldexporte aus der Karibiknation in die Schweiz auf rund 406 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von nahezu 1.000 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Schweizer Nachfrage treibt Goldexporte an
Die beeindruckende Entwicklung unterstreicht die Dynamik des dominikanischen Bergbausektors. Während die USA weiterhin wichtigster Handelspartner bleiben, gewinnen neue Märkte zunehmend an Bedeutung. Neben der Schweiz verzeichnete auch Kanada einen deutlichen Anstieg bei den Goldimporten aus der Dominikanischen Republik. Dort legten die Käufe um mehr als 285 Prozent zu.
Experten sehen darin eine stärkere Diversifizierung der Absatzmärkte für eines der wichtigsten Exportgüter des Landes.
Gold als Motor des Exportwachstums
Die positiven Zahlen spiegeln sich auch in der gesamten Exportbilanz wider. Von Januar bis September 2026 stiegen die dominikanischen Exporte um 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gold und elektrische Verbindungstechnik gehörten dabei zu den wichtigsten Wachstumstreibern und sorgten gemeinsam für zusätzliche Exporteinnahmen von mehr als 924 Millionen US-Dollar.
Trotz der neuen Absatzmärkte bleiben die Vereinigten Staaten mit knapp 47 Prozent Anteil am gesamten Exportvolumen der dominierende Handelspartner.
Bergbau wächst schneller als die Gesamtwirtschaft
Der Bergbausektor konnte in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 um 5,2 Prozent wachsen und übertraf damit die Gesamtwirtschaft, die im gleichen Zeitraum auf 4,6 Prozent kam.
Verantwortlich dafür sind vor allem steigende Fördermengen bei Gold, Silber sowie Baumaterialien. Allein die Goldexporte erreichten zwischen Januar und September einen Wert von rund 2,39 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Pueblo Viejo bleibt das Herzstück der Goldproduktion
Eine zentrale Rolle spielt weiterhin die Goldmine Pueblo Viejo in der Provinz Sánchez Ramírez. Die Mine wird von Pueblo Viejo Dominicana betrieben, an der Barrick mit 60 Prozent und Newmont mit 40 Prozent beteiligt sind.
Bereits 2025 wurden dort mehr als 600.000 Unzen Gold gefördert. Für 2026 erwarten die Betreiber ähnliche Produktionsmengen. Parallel läuft ein umfangreiches Erweiterungsprojekt, das bis 2029 abgeschlossen werden soll.
Rekordeinnahmen, aber auch offene Fragen
Der Goldboom sorgt für steigende Deviseneinnahmen, neue Investitionen und zusätzliche Arbeitsplätze. Allein die ausländischen Direktinvestitionen im Bergbausektor beliefen sich bis Mitte 2026 auf mehr als 420 Millionen US-Dollar.
Gleichzeitig wird die Diskussion lauter, wie stark die Bevölkerung tatsächlich von den Rohstofferlösen profitiert. Themen wie Steueraufkommen, Umweltschutz, regionale Entwicklung und die Wertschöpfung im eigenen Land gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Fest steht jedoch: Dominikanisches Gold wird auf den internationalen Märkten immer gefragter. Der sprunghafte Anstieg der Exporte in die Schweiz zeigt, dass die Dominikanische Republik ihre Position als bedeutender Goldexporteur weiter ausbaut.