Dominikanische Republik: Die Goldmedaille, die ein Haus bedeutet – für die Mutter von Ana Rosa

Santo Domingo, – Nach Jahren voller Entbehrungen auf der Judomatte hat die dominikanische Athletin Ana Rosa den größten Triumph ihrer Karriere errungen: Gold bei den Zentralamerika- und Karibikspielen Santo Domingo 2026. Doch für sie ist der wahre Preis nicht die Medaille selbst, sondern die Möglichkeit, das Haus ihrer Mutter endlich fertigzustellen – ein Bauprojekt, das seit vier Jahren stagniert.

Ein Preis mit festem Ziel

Die Regierung hatte vor den Spielen angekündigt, jedem Goldmedaillengewinner 300.000 Pesos als Prämie zu gewähren. Für Ana Rosa war schon lange klar, wohin dieses Geld fließen würde: in die Fertigstellung des Hauses für ihre Mutter Marina García. Das Gebäude hat zwar ein Dach, doch es fehlen Böden, Verputz, Türen, Fenster und Farbe. Bis dahin lebt die Familie weiterhin zur Miete in San Francisco de Macorís – eine Belastung, die die Athletin mit ihrem Einkommen aus Gehalt und Wettkämpfen mitträgt.

„Es ist ein großer Opfergang, weil wir allein sind – meine Mutter, meine Schwestern und ich. Aber mit Gottes Hilfe werde ich diesen Traum erfüllen, damit meine Mutter endlich in ihrem eigenen Haus leben kann“, sagte die frischgekrönte Meisterin.

Medaillen, die zu Zement werden

Schon zuvor hatte Rosa ihre sportlichen Erfolge in Bausteine verwandelt: Bei den Spielen von San Salvador 2023 und den Panamerikanischen Spielen in Chile gewann sie zwei Bronzemedaillen und nutzte die Prämien, um den Bau voranzubringen. Nun hofft sie, dass das Gold von Santo Domingo den entscheidenden Schritt ermöglicht.

Die Geschichte einer Mutter

Hinter dem Traum steht auch die Lebensgeschichte ihrer Mutter, die jahrelang frühmorgens in einer Bäckerei arbeitete und später bis Mitternacht in einem Restaurant tätig war. Ana Rosa und ihr Onkel holten sie Nacht für Nacht ab, um sie sicher nach Hause zu begleiten. Heute hat die Tochter ihr versprochen: „Jetzt bin ich dran.“

Vorbildliche Disziplin

Marina García beschreibt ihre Tochter als „diszipliniert, leidenschaftlich und stets auf die Familie bedacht“. Sie betont, dass Ana Rosa jeden Schritt mit Gott im Herzen gehe und deshalb gesegnet sei.

Mehr als Sport

Neben dem Judo hat Rosa auch akademisch viel erreicht: Sie besitzt einen Abschluss in Unternehmensbuchhaltung, eine Masterausbildung in Unternehmensführung und absolviert derzeit eine weitere in Pädagogik. Trotz ihrer Erfolge gehört sie zur Elite des dominikanischen Judo, ist Magister und trägt den Rang eines Cabo in den Streitkräften – doch sie fährt weiterhin mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Motorradtaxis zu Training und Wettkämpfen. Viele ihrer Ausgaben für Ernährung, Sportkleidung und medizinische Versorgung trägt sie selbst.

Ein Appell an die Unterstützung

Während sie ihr Gold feiert, richtet Rosa einen klaren Appell an die Verantwortlichen: Athleten brauchen Unterstützung nicht erst nach dem Sieg. Der wahre Erfolg beginne lange vor dem Podium – mit angemessener Ernährung, Transport und würdigen Trainingsbedingungen. (DomrepTotal)d

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