
SANTO DOMINGO. Die Generaldirektion für Migration (DGM) hat angekündigt, verstärkt gegen Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe und Baustellen vorzugehen, die Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus beschäftigen. Dies erklärte DGM-Direktor Luis Rafael Lee Ballester im Rahmen einer neuen Kontrolloffensive zur Durchsetzung des dominikanischen Migrationsrechts.
Nach Angaben der Behörde werden die Einsätze gemeinsam mit den Streitkräften und weiteren Sicherheitsorganen durchgeführt. Ziel ist die Überprüfung des Aufenthaltsstatus ausländischer Arbeitskräfte sowie die Aufdeckung von Sammelpunkten und Transportrouten für irreguläre Migranten.
Die DGM setzt dabei zunehmend auf Geheimdienst- und Aufklärungsarbeit, um gezieltere und nachhaltigere Operationen durchführen zu können. Gleichzeitig wurde der Personalbestand erheblich ausgebaut. Bereits 1.187 Einsatzkräfte wurden speziell ausgebildet, weitere 300 Rekruten befinden sich derzeit in der Ausbildung.
Nach Angaben der Behörde wurden in den vergangenen zwei Jahren mehr als 800.000 ausländische Staatsangehörige ohne regulären Aufenthaltsstatus abgeschoben.
Hohe Geldstrafen für Arbeitgeber
Für Unternehmen und private Arbeitgeber können Verstöße teuer werden. Die DGM verweist auf Artikel 132 des Migrationsgesetzes 285-04, der für die Beschäftigung von Ausländern ohne gültige Arbeitserlaubnis Geldstrafen von fünf bis dreißig gesetzlichen Mindestlöhnen des öffentlichen Sektors vorsieht. Die Höhe der Strafe richtet sich nach Anzahl und Schwere der festgestellten Verstöße.
Nach Angaben der Migrationsbehörde wurden bereits mehrere Unternehmen mit Strafen zwischen 75.000 und 450.000 Dominikanischen Pesos belegt. Allein im Jahr 2025 wurden Dutzende Betriebe wegen der Beschäftigung undokumentierter Arbeitskräfte sanktioniert.
Im Jahr 2026 meldete die Behörde zudem, dass 112 Unternehmen wegen der Beschäftigung von Migranten ohne gültige Dokumente bestraft wurden. Laut DGM können die Sanktionen je nach Fall sogar 15 bis 20 Mindestlöhne erreichen.
Kommentar
Die angekündigten Kontrollen dürften insbesondere die Bauwirtschaft, den Agrarsektor und Teile des Handels betreffen, in denen ausländische Arbeitskräfte traditionell stark vertreten sind. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die dominikanische Wirtschaft in verschiedenen Branchen seit Jahren erheblich von migrantischen Arbeitskräften abhängig ist. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Regierung einen wirksamen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Bedürfnissen und der konsequenten Durchsetzung des Migrationsrechts findet. (DomrepTotal)