
Staatsanwaltschaft nennt zehn Verdächtige – Angriff sollte offenbar am Freitag erfolgen
SANTO DOMINGO.– Ein mutmaßlicher Terroranschlag auf den dominikanischen Präsidenten Luis Abinader sollte offenbar am Freitag, dem 6. November, während der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag der Verfassung im Nationalkongress ausgeführt werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft (Ministerio Público) sollen mindestens zehn Personen in die mutmaßlichen Anschlagspläne verwickelt sein.
Dies geht aus einem 57-seitigen Antrag auf Anordnung strafprozessualer Zwangsmaßnahmen hervor, den die Staatsanwaltschaft den zuständigen Justizbehörden vorgelegt hat. Das Dokument beschreibt die mutmaßlichen Aufgaben der Beschuldigten bei der Vorbereitung und Koordination des geplanten Angriffs.
Zehn Personen unter Verdacht
Als einer der Hauptverdächtigen wird der 29-jährige Delvinson de la Cruz Sosa genannt. Er soll eine koordinierende Rolle innerhalb der mutmaßlichen Gruppierung übernommen haben.
Weitere Personen, die in den Ermittlungsakten aufgeführt werden, sind:
- Leomar Antonio Brens Moya
- Michael García
- Sucette Franshelle Miqui Salcedo
- Sobeida María Baldera Peña
- Robinzon Montero Montero
- Miguel Odanis Peralta Susana
- Ismael Amadis Torres
- Ramón Antonio Olaverría Rosario
- Isaac Rafael Encarnación
Nach Darstellung der Ermittler sollen die Verdächtigen Informationen über die Herstellung von Sprengsätzen ausgetauscht, Bewegungsprofile des Präsidenten recherchiert und mögliche Fluchtwege nach einer Explosion geplant haben.
Sprengsätze, Bewegungsprofile und Fluchtplanung
Die Staatsanwaltschaft schreibt den Beschuldigten unterschiedliche Aufgaben innerhalb der mutmaßlichen Struktur zu. Dazu sollen die Organisation von Treffen, die Verteilung konkreter Aufgaben, die Anwerbung weiterer Beteiligter sowie die Mobilisierung für Protestaktionen gehört haben.
Leomar Antonio Brens Moya soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler zu einem möglichen Überraschungsangriff geäußert haben.
Sucette Franshelle Miqui Salcedo, die in den Vereinigten Staaten lebt, wird beschuldigt, dort weitere Personen angeworben und deren Teilnahme an Protestveranstaltungen gefördert zu haben.
Auch Isaac Rafael Encarnación, bekannt unter dem Spitznamen „La Fórmula“, sowie Ramón Antonio Olaverría Rosario, genannt „El Teca“, sollen an der Organisation von Treffen und der Zuweisung von Aufgaben beteiligt gewesen sein.
WhatsApp-Gruppe soll Proteste koordiniert haben
Eine weitere Rolle kommt laut Ermittlungsakte Sobeida María Baldera Peña zu. Sie soll eine WhatsApp-Gruppe verwaltet haben, über die Protestveranstaltungen organisiert und Teilnehmer mobilisiert worden seien.
Die Ermittler untersuchen damit nicht nur die mutmaßliche Vorbereitung eines Anschlags, sondern auch die Kommunikations- und Organisationsstrukturen der Verdächtigen.
Zwei Verdächtige in Gewahrsam beziehungsweise gestellt
Delvinson de la Cruz Sosa befindet sich nach Angaben aus dem Verfahren weiterhin in Haft. Gegen ihn wurde ein Antrag auf Anordnung strafprozessualer Zwangsmaßnahmen gestellt.
Leomar Antonio Brens Moya stellte sich am Donnerstagabend freiwillig den Behörden.
Die Vorwürfe sind Bestandteil der laufenden Ermittlungen der dominikanischen Staatsanwaltschaft. Über die strafrechtliche Verantwortung der genannten Personen müssen letztlich die zuständigen Gerichte entscheiden. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung. (almomento – DomRepTotal)
