
Santo Domingo.- Im Jahr 2025 hat sich die wirtschaftliche Ungleichheit in der Dominikanischen Republik erneut verschärft. Obwohl die Wirtschaft weiterhin wächst – mit Ausnahme des pandemiebedingten Einbruchs 2020 – gelingt es dem Land nicht, diesen Fortschritt in eine gerechtere Verteilung des Wohlstands umzusetzen. Der Bericht ADES‑2025 des Vizeministeriums für Wirtschaft zeigt, dass der Gini‑Index von 0,386 auf 0,389 gestiegen ist. Das bedeutet, dass die Einkommensunterschiede wieder zugenommen haben, vor allem durch die Entwicklung der Arbeitslöhne, die den größten Einfluss auf die wachsende Ungleichheit hatten.

Interessanterweise konnten andere Einkommensquellen – etwa Überweisungen aus dem Ausland und nicht‑arbeitsbezogene Einnahmen – diesen Effekt nur teilweise abfedern. Besonders im ländlichen Raum war der Anstieg deutlicher: Der Gini‑Wert stieg dort von 0,363 auf 0,371, während er in den Städten nur leicht zunahm.
Das zeigt, dass das Wirtschaftswachstum zwar anhält, aber nicht alle erreicht. Die durchschnittlichen monatlichen Pro‑Kopf‑Einkommen stiegen nominell auf rund 20.192 Pesos, real auf etwa 14.487 Pesos – ein Plus von 6,5 %, das jedoch geringer ausfiel als im Vorjahr. Fast das gesamte Wachstum stammt aus Arbeitsentgelten, während staatliche Transfers und Sachleistungen zurückgingen.
Der Bericht warnt, dass der Wohlstand der Haushalte auf einem einzigen Pfeiler ruht – dem Arbeitsmarkt. Wenn dieser ins Wanken gerät, fehlt vielen Familien die finanzielle Pufferzone, um wirtschaftliche Schocks abzufedern. Damit bleibt die soziale Verwundbarkeit hoch, und die Herausforderung besteht weiterhin darin, das Wachstum in echte, breit geteilte Lebensverbesserungen umzuwandeln. (domreptotal)