
Stromkosten in der Dominikanischen Republik: Staatliche Anbieter verlangen ab 13 Pesos, private Versorger bis zu 24,93 Pesos pro kWh. Der Staat subventioniert die EDE mit Millionenbeträgen.
Santo Domingo. – Die Strompreise in der Dominikanischen Republik unterscheiden sich erheblich je nach Versorgungsgebiet und Stromanbieter. Während die drei staatlichen Energieversorger ihren privaten Haushaltskunden zwischen rund 13 und 14 dominikanischen Pesos (RD$) pro Kilowattstunde (kWh) berechnen, verlangen private Stromverteiler teilweise bis zu 25 Pesos.
Nach einer Analyse der geltenden Tarife gehören die drei staatlichen Stromverteilungsunternehmen (EDE) zu den Anbietern mit den niedrigsten Strompreisen im Land. Diese politisch festgelegten Tarife liegen allerdings unter den tatsächlichen Referenzkosten für die Stromversorgung. Das daraus entstehende finanzielle Defizit wird durch staatliche Zuschüsse ausgeglichen.
Staatliche Stromversorger verlangen niedrigere Tarife
Für private Haushalte gelten bei den drei staatlichen Stromverteilern unterschiedliche Tarifstufen unter der Bezeichnung BTS-1 (einfache Niederspannung).
Die höchste Verbrauchsstufe betrifft Haushalte mit einem monatlichen Stromverbrauch von mehr als 701 Kilowattstunden. Für das vierte Quartal 2026 gelten dort folgende Preise:
- Edeeste: 13,26 RD$ pro kWh
- Edesur: 13,09 RD$ pro kWh
- Edenorte: 14,04 RD$ pro kWh
Auch die übrigen vier Verbrauchsstufen liegen unter den jeweiligen Referenztarifen für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2026. Dies geht aus Unterlagen des Ministeriums für Energie und Bergbau (MEM) sowie der Elektrizitätsaufsichtsbehörde (SIE) hervor.
Um die Differenz zwischen den tatsächlich erhobenen Preisen und den Referenztarifen auszugleichen, unterstützt der Staat die drei Unternehmen über den Fonds zur Stabilisierung der Stromtarife (FETE).
Allein zwischen Januar und Juli 2026 beliefen sich die dafür eingesetzten öffentlichen Mittel auf 589,7 Millionen US-Dollar.
Private Stromanbieter verlangen bis zu 24,93 Pesos
Außerhalb der Konzessionsgebiete der staatlichen Energieversorger übernehmen private Unternehmen die Stromverteilung. Ihre Tarife liegen deutlich höher, orientieren sich dafür aber stärker an den tatsächlichen Kosten der Stromversorgung.
Besonders ausgeprägt sind die Preisunterschiede in der östlichen Region des Landes. Dort berechnen fünf private Stromanbieter zwischen 19,07 und 24,93 Pesos pro Kilowattstunde.
Die wichtigsten Tarife im Überblick:
- Corporación Turística de Servicios Punta Cana (CTSPC): 19,07 RD$ pro kWh (August 2026).
- Costasur Dominicana: 20,48 RD$ pro kWh (Tarif für April bis Juni 2026).
- Compañía de Electricidad de Bayahibe (CEB): 22,90 RD$ pro kWh (August 2026).
- Consorcio Energético Punta Cana-Macao (CEPM): 22,90 RD$ pro kWh (August 2026).
- Corporación Energética Turística Juanillo (Cenetur): 24,93 RD$ pro kWh (August 2026).
Damit zahlen Verbraucher in einigen touristischen Gebieten des Ostens nahezu doppelt so viel für Strom wie Haushalte, die von den staatlichen Verteilungsunternehmen versorgt werden.
Auch im Norden höhere Stromtarife
Im Norden der Dominikanischen Republik sind ebenfalls drei private Stromverteiler tätig: Puerto Plata Electricidad, El Progreso del Limón und Luz y Fuerza de Las Terrenas.
Ihre Tarife liegen ebenfalls etwas über denen der staatlichen EDE-Unternehmen.
Nach den zuletzt veröffentlichten Angaben betrug der Tarif von Puerto Plata Electricidad im September 2026 insgesamt 13,84 Pesos pro Kilowattstunde. Im Versorgungsgebiet von El Progreso del Limón sowie bei Luz y Fuerza de Las Terrenas wurden jeweils 14,95 Pesos berechnet.
Regierung setzte geplante Strompreiserhöhungen aus
Die heutige Tarifstruktur ist auch eine Folge der politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre.
Im November 2021 hatte die dominikanische Regierung mit einer schrittweisen Anhebung der Strompreise begonnen. Die Erhöhungen sollten ursprünglich vierteljährlich erfolgen und bis 2026 umgesetzt werden. Grundlage dafür war der sogenannte Strompakt (Pacto Eléctrico), der von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Organisationen unterzeichnet worden war.
Mitte 2022 setzte die Regierung den Anpassungsprozess jedoch aus. Ausschlaggebend war der erhebliche Widerstand in der Bevölkerung gegen die geplanten Preiserhöhungen. (siehe Titelfoto: Bewohner demontierten ihre Stromzähler und legten diese vor Büros der staatlichen Stromverteiler ab)
Die Folge: Die Differenz zwischen den politisch festgelegten Stromtarifen und den tatsächlichen Versorgungskosten belastet weiterhin die öffentlichen Finanzen. Der Staat muss die staatlichen Stromverteiler regelmäßig mit erheblichen Summen unterstützen. (DomRepTotal)