
Präsident Luis Abinader rechnet für das Jahr 2026 mit ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 5,3 Milliarden US-Dollar. Damit würde die Dominikanische Republik den bereits starken Wert von mehr als 5 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2025 erneut übertreffen.
Die Ankündigung erfolgte beim offiziellen Baubeginn des Tourismus-Megaprojekts Yanuna am beliebten Strand Playa Macao in der Provinz La Altagracia. Nach Angaben von Präsident Abinader sind wirtschaftliche Stabilität, Rechtssicherheit und kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur die wichtigsten Faktoren für das anhaltende internationale Vertrauen in den Standort Dominikanische Republik.
Tourismus bleibt Wachstumsmotor der Dominikanischen Republik
Abinader betonte, dass das Land noch erhebliches Potenzial im Tourismussektor besitzt. Nach seiner Einschätzung könnte die Dominikanische Republik künftig bis zu dreimal so viele Besucher empfangen wie derzeit, sofern die Entwicklung nachhaltig, organisiert und sicher gestaltet werde.
Neben dem Tourismus erwartet die Regierung auch ein weiteres Wachstum der Exporte. Diese sollen 2026 erstmals die Marke von 17 Milliarden US-Dollar überschreiten. Im Vorjahr lagen die Ausfuhren noch bei rund 16 Milliarden US-Dollar.
Als Beleg für die Attraktivität des Landes verwies der Präsident auf Investitionen international renommierter Hotelketten wie Four Seasons, Aman und Accor. Wörtlich erklärte Abinader: „Der Tourismus steht in der Dominikanischen Republik erst am Anfang.“
Yanuna-Projekt investiert mehr als eine Milliarde US-Dollar
Das neue Luxusprojekt Yanuna umfasst Investitionen von über 1 Milliarde US-Dollar und soll in mehreren Bauphasen realisiert werden. In der ersten Etappe entstehen insgesamt 548 Hotelzimmer, verteilt auf die Anlagen The Ritz-Carlton Yanuna sowie Casa Mirallá, The Luxury Collection, die beide zur Hotelgruppe Marriott International gehören.
Darüber hinaus sind 25 Ritz-Carlton-Residenzen sowie weitere hochwertige Immobilienprojekte geplant. Die Inbetriebnahme des Resorts ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
Während der Bauphase sollen rund 1.500 direkte Arbeitsplätze entstehen. Nach Fertigstellung werden zusätzlich mehr als 1.600 dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen.
Unternehmer loben Regierung und Investitionsklima

Die Unternehmer Javier Tejada und Yamil Isaías hoben die Unterstützung der Regierung für den Tourismussektor hervor. Sie sehen die positive Entwicklung der Branche insbesondere in politischen Rahmenbedingungen, wirtschaftlicher Stabilität und der aktiven Begleitung großer Investitionsvorhaben begründet.
Auch Tourismusminister David Collado unterstrich die enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft. Das Yanuna-Projekt werde die touristische Infrastruktur erweitern und das Angebot der Dominikanischen Republik weiter diversifizieren.
Kommentar: Milliarden für Hotels, aber wo bleibt die Infrastruktur?
5,3 Milliarden US-Dollar an ausländischen Investitionen. Noch ein Luxusresort. Noch mehr Hotelzimmer. Noch mehr Villen mit Meerblick. Die Schlagzeilen lesen sich beeindruckend. Doch wer regelmäßig in Punta Cana, Bávaro oder Verón unterwegs ist, stellt sich inzwischen eine andere Frage: Wie viele Hotels verträgt die Region eigentlich noch, bevor die Infrastruktur endgültig kollabiert?
Präsident Luis Abinader feiert die Investitionen, und selbstverständlich sind neue Arbeitsplätze und internationale Kapitalzuflüsse positiv. Doch Wachstum allein ist kein Erfolg. Wachstum ohne Infrastruktur ist lediglich die Vergrößerung bestehender Probleme.
Wer heute morgens von Verón nach Bávaro oder zum Flughafen fahren muss, weiß längst, wovon die Rede ist. Fahrzeiten von zehn Minuten können inzwischen vierzig Minuten oder sogar eine Stunde betragen. Selbst Politiker und Unternehmer sprechen offen davon, dass die Verkehrssituation teilweise schlimmer geworden sei als in Santo Domingo. Kilometerlange Staus sind in der Tourismushochburg längst Alltag.
Dabei ist das eigentliche Problem nicht neu. Seit Jahren wachsen Hotels, Wohnanlagen und Einkaufszentren schneller als Straßen, Kreisverkehre und öffentliche Verkehrssysteme. Die Behörden optimieren inzwischen sogar Ampelschaltungen, weil die vorhandenen Straßen dem Verkehr nicht mehr gewachsen sind. Das mag kurzfristig helfen, ist aber keine Lösung für eine Region, die jedes Jahr Hunderttausende zusätzliche Besucher und Einwohner aufnimmt.
Noch besorgniserregender ist die Wasserversorgung. Die Region im Osten lebt vom Tourismus, und Tourismus benötigt enorme Mengen Wasser. Swimmingpools, Golfplätze, Hotelanlagen und neue Wohnsiedlungen erhöhen den Verbrauch kontinuierlich. Nicht ohne Grund investiert der Staat inzwischen hunderte Millionen Dollar in Wasser- und Abwasserprojekte für Punta Cana und Bávaro. Das bestehende System steht offensichtlich unter Druck.
Warum wird deshalb nicht bereits heute über großflächige Meerwasserentsalzung nachgedacht? Israel, Saudi-Arabien oder die Kanarischen Inseln zeigen seit Jahren, dass moderne Tourismusregionen langfristig ohne zusätzliche Wasserquellen an ihre Grenzen stoßen. Die Dominikanische Republik ist von Meer umgeben. Es wäre klüger, jetzt in die Wasserversorgung der nächsten 30 Jahre zu investieren, als später auf eine Krise reagieren zu müssen.
Der Osten der Dominikanischen Republik erwirtschaftet Milliarden im Tourismus. Er verdient deshalb mehr als neue Hoteltürme und feierliche erste Spatenstiche. Er braucht neue Umgehungsstraßen, intelligente Verkehrskonzepte, leistungsfähige Wasser- und Abwassersysteme sowie einen langfristigen Masterplan für die Region.
Denn am Ende stellt sich eine einfache Frage:
Was nützt dem Touristen die schönste Suite mit Meerblick, wenn auf dem Weg dorthin der Verkehr steht und aus dem Wasserhahn irgendwann nicht mehr genug Wasser kommt?
Tourismus boomt. Die Infrastruktur hinkt hinterher. Und genau darin liegt die eigentliche Herausforderung für die Zukunft von Punta Cana, Bávaro und dem gesamten Osten der Dominikanischen Republik. (DomRepTotal)