
Santo Domingo. Das dominikanische Tourismusministerium (Mitur) hat einen Entwurf für neue Vorschriften im Bereich des nautischen Tourismus vorgestellt. Vorgesehen sind unter anderem neue Gebühren für die Registrierung, Inspektion und Navigation von Wasserfahrzeugen sowie strengere Anforderungen für gewerbliche Anbieter.
Der Entwurf mit dem Titel „Regulatorischer Rahmen für den Teilsektor Nautischer Tourismus“ befindet sich derzeit bis zum 30. Oktober in der öffentlichen Konsultationsphase. Ziel ist es, Freizeit-, Sport-, Privat- und Gewerbeaktivitäten in den Hoheitsgewässern der Dominikanischen Republik einheitlich zu regeln.
Künftig sollen Gebühren unter anderem von der Länge der Boote sowie der Motorleistung abhängig sein. Darüber hinaus müssten Wasserfahrzeuge, die sich länger als sechs Monate im Land befinden, entweder in der Dominikanischen Republik registriert werden oder eine entsprechende Fahrgenehmigung erhalten.
Vermietung von Jet-Skis und ähnlichen Geräten soll untersagt werden
Besonders weitreichend ist die geplante Einschränkung bei touristischen Vermietungen. Der Entwurf sieht ein Verbot der kommerziellen Vermietung von Jet-Skis, Wave Runnern, Flyboards, Jetovatoren, Yacht-Toys und vergleichbaren Wasserfahrzeugen vor.
Die private Nutzung dieser Geräte soll weiterhin möglich bleiben, allerdings im Rahmen der jeweils geltenden Vorschriften des Tourismusministeriums.
Neue Lizenzpflicht für Anbieter
Unternehmen, die nautische Tourismusdienstleistungen zwischen verschiedenen Orten innerhalb der Dominikanischen Republik anbieten, sollen künftig eine jährlich zu erneuernde Lizenz des Tourismusministeriums benötigen.
Betroffen wären unter anderem:
- Bootsausflüge
- Hochsee- und Sportfischen
- Tauch- und Schnorchelangebote
- Parasailing
- Bootsvermietungen
- Amphibische Freizeitaktivitäten
Für im Ausland registrierte Yachten mit vorübergehender Fahrgenehmigung sind Ausnahmeregelungen vorgesehen.
Mehr Sicherheit und Umweltschutz
Der Verordnungsentwurf enthält zudem Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für Passagiere und Besatzungen sowie zum Schutz der marinen Umwelt. Eigentümer sollen künftig für die Bergung verlassener Boote sowie für eventuell verursachte Umwelt- und Sachschäden verantwortlich gemacht werden.
Bei Verstößen gegen die geplanten Regelungen können Untersuchungen eingeleitet und der Betrieb eines Wasserfahrzeugs vorübergehend ausgesetzt werden.
Interinstitutionelle Kommission geplant
Zur Überwachung und Weiterentwicklung des nautischen Tourismussektors ist eine Kommission unter Leitung des Tourismusministeriums vorgesehen. Vertreten sein sollen unter anderem:
- Verteidigungsministerium
- Umweltministerium
- Zollbehörde
- Drogenbekämpfungsbehörde (DNCD)
- Migrationsbehörde
- Dominikanische Marine
- Hafenbehörde
- Hafen-Sicherheitsdienst
Auch Vertreter von Marinas, Yachtclubs und der Hotellerie sollen eingebunden werden. Die Kommission soll mindestens viermal jährlich tagen und einen nationalen Entwicklungsplan für den nautischen Tourismus erarbeiten.