
Die Dominikanische Republik feiert ihre wachsende Rolle in der Kreuzfahrtindustrie. Zwischen 2019 und 2023 hat sich die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere mehr als verdoppelt (+151 %), und die Regierung träumt davon, das Land zu einem „Home Port“ zu machen – einem Ausgangs- und Endpunkt für Kreuzfahrten. Die ökonomischen Argumente sind verlockend: längere Aufenthalte, höhere Ausgaben, mehr Jobs.
Doch hinter der glänzenden Fassade verbirgt sich eine unbequeme Wahrheit: Kreuzfahrttourismus ist einer der schmutzigsten Industriezweige der Welt. Die Zahl der Kreuzfahrtschiffe nahm in der oben genannten Zeit von 523 auf 922 zu.
- Ein einziges Kreuzfahrtschiff stößt täglich mehr Schadstoffe aus als tausende Autos.
- Abfälle und Abwässer belasten die Küsten, die eigentlich das Kapital des Tourismus darstellen. Moderne Kläranlagen in Häfen haben zwar die Abwasserbelastung imMeer reduziert, doch sie ist immer noch stark vorhanden.
- Lokale Gemeinden sehen zwar kurzfristige Einnahmen, zahlen aber langfristig mit überlasteten Infrastrukturen, steigenden Preisen und zerstörten Ökosystemen.
Die Frage ist nicht, ob die Dominikanische Republik mehr Kreuzfahrten anziehen soll. Die Frage ist, ob sie sich den ökologischen Preis leisten kann. Ein „Home Port“ mag höhere Einnahmen versprechen, doch er bedeutet auch mehr Emissionen, mehr Müll, mehr Druck auf fragile Küstenstädte.
Die Karibik ist längst zum Spielplatz der Kreuzfahrtindustrie geworden – ein Luxus für Reisende aus Europa und Nordamerika, bezahlt von den Küstenbewohnern, die mit den Folgen leben müssen. Wenn die Dominikanische Republik wirklich ein Modell für nachhaltigen Tourismus sein will, muss sie den Mut haben, Grenzen zu setzen:
- Strenge Umweltauflagen für Schiffe.
- Verpflichtende Nutzung von Landstromsystemen.
- Abgaben, die direkt in den Schutz der Küstenökosysteme fließen.
Ohne diese Maßnahmen bleibt der Traum vom „Home Port“ nichts anderes als ein ökologischer Albtraum., ist aber eine Verlockung. 2024 gab ein Kreuzfahrtpassagier im Schnitt bis zu 101 USD beim Landgang aus. Als Homeport rechnet man mit Ausgaben zwischen 17u0 – 220 USD.
(DomRepTotal)