Santo Domingo feiert 520. Geburtstag und keiner denkt daran

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Am 5. August 2016 wurde die Landeshauptstadt Santo Domingo 520 Jahre alt. Feiern gab es keine, der Tag verlief wie viele andere hier in der Karibik. Wir möchten ein wenig zur Geschichte beitragen und einen kleinen Rückblick machen.

1492 entdeckte Cristobal Kolumbus die Insel Quisqueya. Hier wohnten die Tainos und sie hatten ihr Inselreich „Mutter aller Erden“ genannt, den heutigen Teil im Westen nannte man Aity, die „Erde der hohen Berge“. Zu dieser Zeit lebten die Tainos friedlich auf der Insel, insgesamt 5 Häuptlinge (Cacicazgos) hatten die Insel aufgeteilt in die Bereiche Marién, Maguá, Maguana, Jaragua und Higüey. Die Häuptlinge Guacanagarix, Guarionex, Caonabo, Bohechío und Cayacoa regierten zur Zeit als Kolumbus das Land entdeckte und dann eroberte. Die friedfertigen Tainos hatten den Eroberern aus Spanien nur wenig entgegen zu stellen, im Laufe der kommenden Jahrzehnte starben die Ureinwohner aus.

La Isabela ist die erste Siedlung, sie wurde bei Puerto Plata, im Jahr 1493 errichtet. Bartolomé Kolumbus, der Bruder von Cristobal, hat Santo Domingo offiziell am 5. August 1493 gegründet. Zu Ehren der spanischen Königin Isabel I nannte er die Siedlung damals Nueva Isabela. Erst später erfolgte eine Umbenennung in Santo Domingo, zu Ehren an Domenico Colombo, dem Vater von Cristobal Kolumbus. Seither hatte man der Stadt den Beinamen „Eingang zur Neuen Welt“ genannt.

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Die Stadt war durch große Mauern in Richtung Norden und Westen geschützt, der Rio Ozama bildete die Grenze in Richtung Osten und im Süden grenzte man an die Karibische See.

Nur wenige Jahre nach der Gründung wurde die Stadt im Jahr 1502 von einem Hurrikan zerstört, eine Termitenplage kam hinzu. Nicolas de Ovando baute sie im Jahr 1502 neu auf.

1893

Viele Gebäude und Mauern sind heute noch erhalten, der sogenannten Zona Colonial in Santo Domingo. Die historische Altstadt wurde 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Entlang der Ufer des Rio Ozama findet man heute viele Häuser und Kirchen aus dem 16. Jahrhundert, allesamt im architektonischen Stils des Mittelalters errichtet. Das Fortaleza Ozama aus dem Jahr 1502 ist eines der ältesten Gebäude aus dieser Zeit. Die Kathedrale de Santa Maria la Menor, auch die 1. Kathedrale Amerikas genannt ist eines der bedeutendsten Konstruktionen, neben dem Alcazar de Colon, dem Wohnsitz von Don Diego Kolumbis, dem Sohn des Entdeckers Cristobal. Die Ruinen des ehemaligen Klosters San Francisco gelten als die ersten Ruinen eines Klosters in der Neuen Welt. Der ehemalige Gouverneur der damaligen Zeit wohnte in dem Haus, wo heute das Museum Las Casas Reales untergebracht ist.

Der Kolumbus-Park ist ein historischer Park, das Fortaleza Ozama die älteste Festung Amerikas und das Pantheon de la Patria sind weitere Zeitzeugen aus der Gründerzeit von Santo Domingo.

Drake

1586 gelang es dem Piraten Francis Drake die Stadt Santo Domingo zu erobern. Mehr als 50 Jahre hatten die Seeräuber nun das Sagen und plünderten die Stadt. Oliver Cromwell entsandte 1655 eine Expedition um Santo Domingo anzugreifen und zu erobern. Seine Truppe wurde jedoch geschlagen und trat den Rückzug nach Jamaika an.

Eine wilde Zeit gab es zwischen 1795 – 1822. Frankreich übernahm 1795 die Herrschaft, 1801 hingegen gelang es rebellierenden haitianischen Sklaven die Stadt in Besitz zu nehmen. 1802 hatte Frankreich die Herrschaft wiedererobert, 1809 hingegen siegten wieder die Spanier und regierten in Santo Domingo. 1821 wurde Santo Domingo wieder von Haitianern besetzt.
Am 27. Februar 1844 erklärte Juan Pablo Duarte die Unabhängigkeit und beendete die haitianische Herrschaft. Santo Domingo war immer wieder Schauplatz von Schlachten, wie die Schlachten vom 19. März, dem 30. März, die Schlachten Las Carreras und Beller sind einige von vielen.

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1861 fiel das Land wieder in die Hände der spanischen Kolonialherren, nachdem der damalige dominikanische General und Präsident Pedro Santana es nach einer Absprache an Spanien zurück gab. 1863 begann der dominikanische Restaurationskrieg und 1865 zog sich Spanien dann zurück. Es gab weitere Konflikte, darunter die Besetzung der Vereinigten Staaten in den Jahren 1916 – 1924. Große Schäden fügte Hurrikan San Zenón im Jahr 1930 der Stadt zu. Mit dem Wiederaufbau begann auch die Ära des Diktators Rafael Leonidas Trujillo de Molina, ihm zu Ehren änderte man den Namen in Ciudad Trujillo. Nach der Ermordung des „Generalissimo“ im Jahre 1961 wurde die Stadt wieder in Santo Domingo umbenannt. 1965 erfolgte nochmals eine Besetzung durch die Streitmächte der USA, seit dem Rückzug der amerikanischen Truppen hat es keine historischen Veränderungen mehr gegeben.

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Hier geht es zu einer Bildershow, allesamt aus der Zeit 1930-1961 – Ciudad Trujillo

http://es.slideshare.net/gzapatazorrilla/la-arquitectura-de-la-era-de-trujillo?ref

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