Puerto Plata – wieder die stolze Braut des Atlantik

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Lange ist es her. Um es genau zu nehmen, es war das Jahr 1971, da begann sich die Provinzhauptstadt und Hafenstadt zu einem touristischen Zielgebiet zu entwickeln. Puerto Plata gilt als eines der vielseitigsten Urlaubsgebiete der Dominikanischen Republik, aber ein breites Hotelangebot, nahezu 30 km Strandlinie (mit anderen Gemeinden zusammengezählt), einer tollen Vegetation und einer ganz besonderen Historie (hier landete Christoph Kolumbus auf der Suche nach der Neuen Welt, Amerika, das reichte nicht um in der großen Tourismusliga mitzumischen.

Cabarete entwickelte sich schon damals zum Mekka der Surfer, Sosua wurde in seinen besten Zeiten auch das Ibizia der Karibik genannt. Man hatte Spaß und Freude, Partytime rund um die Uhr, doch dann begann man auch Fehler zu machen. Abnutzungserscheinungen wurden zu spät erkannt, das Alles Inklusive war auf Tiefstpreise ausgelegt und am Ende blieb kaum Geld um Hotels noch zu renovieren. Man hatte auch versäumt die Infrastruktur aufzubauen. Die Unternehmer dachten nur an Einnahmen, nicht an Bedurfnisse von Touristen. So gab es mehr als 30 Jahre nicht einmal eine Toilette an der Playa Grande, obwohl man täglich mit vielen Bussen die Urlauber dort hin brachte.

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Es gab andere Reklamationen, die Abzocke von Taxifahrern, das eher unterirdische Essensangebot in den Hotels. Die Reiseveranstalter wollten nicht viel zahlen, die Hoteliers konnten nicht mehr geben die Touristen waren mehrheitlich unzufrieden. Der Tourismus brach ein, die Flüge am Flughafen Gregorio Luperon reduzierten sich um satte 50%, ähnlich war es bei den deutschen Urlaubern. Nahezu 500.000 Deutsche kamen einst in die Dominikanische Republik, doch heute sind es nur um die 200.000 – 230.000 Reisende aus Alemania. Natürlich, es liegt nicht nur an den Fehlern die man hier machte, auch wirtschaftlich können sich viele die DomRep nicht mehr leisten. Damals reiste man für weniger als 1.000 DM in die Karibik, das geht heute nicht mal in Euro.

Das touristische Highlight, die Playa Dorada, wurde fast zu einer Geisterstadt. Die Plaza hat viele Lokale ungenutzt. Bis zu 8 Hotels in der Anlage wurden geschlossen. Einige wurden umgebaut zu Kondominiums, andere wurden renoviert.

PPSeilbahn2 2Selbst Investoren wie der Deutsche Hans Meister (Ocean World) konnten kaum der Provinz Leben einhauchen. Casino, Nightshow und viele Dinge mehr, die Touristen wurden weniger. Erst in der letzten Zeit wurde viel bewegt. Viel Werbung für die Region machte das Tourismusministerium, lockte Reisefachleute um diese zum Verkauf zu animieren. Hinzu kam das Unternehmen Carnival Corp. aus den USA. Für die Kreuzfahrtschiffe baute man einen Anleger bei Maimon, Amber Cove. Wenn auch nur ein Tagesgeschäft, die Passagiere der Luxusliner bringen Geld in die Provinz, beleben den Tourismus deutlich.

Der Bau des Amphitheaters nimmt Formen an und nach Gerüchten soll es noch in diesem Monat ein Konzert mit Juan Luis Guerra geben, dem erfolgreichsten Liedermacher der Dominikanischen Republik. Wird das Amphitheater rechtzeitig fertig? Vermutlich haben hier die „Lautsprecher“  etwas verwechselt:  JLG gibt Ende des Jahres ein zweites Konzert im Land, allerdings im Amphitheater Altos de Chavon. Kaum zu glauben dass er ein drittes Konzert im Norden geben wird. Bis zu 6.000 Zuschauer sollen hier Platz finden, in dem neuen Amphitheater, welches mit wöchentlichen Konzerten viele Touristen anziehen soll und mit dem Atlantik im Rücken ein besonderes Ambiente bietet.

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Da der Kreuzfahrttourismus in Puerto Plata nicht an eine Saison gebunden ist kommen regelmäßig Passagiere / Touristen. Man rechnet im ersten Betriebsjahr mit 350000 Touristen im Amber Cove. Mit durchschnittlichen 60-70 % buchen viele der Reisenden auch eine Tour, einen Landgang.

Puerto Plata hat jetzt die Chance sich wieder neu zu finden und zu entwickeln. Wenngleich man auch mit dem Lächeln wirbt, es bedarf mehr als nur eines freundlichen Gesichtes.

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