
SANTO DOMINGO. – Der Direktor der Dominikanischen Hafenbehörde (Apordom), Jean Luis Rodríguez, kündigte an, dass im neuen Samaná Bayport künftig drei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig abgefertigt werden können. Ein Schiff mit bis zu 5.000 Passagieren soll am modernen SeaWalk-Ponton anlegen, während zwei weitere im Revier ankern und per Tenderboote bedient werden.
Das Projekt umfasst eine Investition von 22 Millionen US-Dollar und wird als Kombination aus wirtschaftlicher Entwicklung und Nachhaltigkeit präsentiert. Geplant sind eine Abwasseraufbereitungsanlage sowie „grüne Infrastruktur“, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Wirtschaftliche Argumente
Während der Bauphase entstanden rund 150 direkte und 500 indirekte Arbeitsplätze. Im Betrieb sollen jährlich 10 Millionen US-Dollar durch Kreuzfahrtaktivitäten und weitere 9 Millionen durch tourismusnahe Dienstleistungen erwirtschaftet werden.
Kritischer Blick auf die Natur
Die Bucht von Samaná ist nicht nur ein touristisches Ziel, sondern auch ein ökologisch sensibles Gebiet. Sie gilt als einer der wichtigsten Aufenthaltsorte für Buckelwale in der Karibik, die hier zwischen Januar und März ihre Jungen zur Welt bringen.
Experten warnen, dass die Zunahme von Kreuzfahrtschiffen und die damit verbundenen Motorengeräusche, Abwässer und steigender Bootsverkehr erhebliche Nebenwirkungen auf die Wale haben können:
- Störung der Kommunikation durch Lärm, was Mutter-Kalb-Kontakte beeinträchtigen kann.
- Erhöhtes Risiko von Kollisionen mit Tenderbooten und Schiffen.
- Veränderung des natürlichen Verhaltens der Tiere, etwa bei der Nahrungssuche oder beim Stillen.
- Belastung des marinen Ökosystems, das auch für andere Arten wie Delfine, Schildkröten und Seevögel von zentraler Bedeutung ist.
Balance zwischen Tourismus und Schutz
Rodríguez betonte, dass Samaná Bayport nicht nur Infrastruktur für Kreuzfahrten sei, sondern auch öffentliche Flächen mit Gärten und Freizeitangeboten bieten werde. Dennoch bleibt die Frage offen, ob die Versprechen von Nachhaltigkeit ausreichen, um die langfristigen ökologischen Folgen für die Bucht und ihre Tierwelt abzufedern.
Damit steht Samaná vor einem Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und Naturschutz. Die Herausforderung wird sein, den Tourismus zu diversifizieren, ohne das einzigartige Naturerbe der Buckelwale und die fragile Meeresumwelt zu gefährden.
