
Santo Domingo, – Über 85 Organisationen des Privatsektors haben ein „festes Nein“ zur aktuellen Reform des Arbeitsgesetzbuches ausgesprochen, wie CONEP-Präsident Celso Juan Marranzini bekanntgab.
- Dialog gefordert: Marranzini ruft zu einer Wiederaufnahme des Drei Parteien Dialogs (Arbeitgeber, Regierung, Arbeitnehmer) auf, um echte Konsense zu erreichen, bevor die Reform endgültig verabschiedet wird.
- Ablenkungsmanöver: Er kritisiert, dass die Debatte auf die Frage der Abfindung reduziert werde – eine „Rauchwolke“, die von anderen Mängeln des Projekts ablenke.
- Folgen für KMU: Laut den Unternehmerverbänden würden die Änderungen ohne Konsens „Inkompetitivität, Unproduktivität und Unsicherheit“ erzeugen, die besonders kleine Unternehmen finanziell gefährden und arbeitsrechtliche Prozesse verlangsamen.
- Formalisierung blockiert: Die Reform schaffe neue Hürden, die die Schaffung formaler Arbeitsplätze in der Dominikanischen Republik behindern.
- Politischer Fahrplan: Das Projekt wurde bereits in erster Lesung im Abgeordnetenhaus verabschiedet und geht nun in die zweite Lesung, bevor es dem Senat vorgelegt wird. Mehrere Abgeordnete erklärten, die Dialogphase sei „erschöpft“ und lehnen weitere Verzögerungen ab.
💬 Kritischer Kommentar
Die Reform wirkt wie ein Schnellschuss: Sie wurde im Abgeordnetenhaus durchgewinkt, ohne die versprochenen Konsultationen ernsthaft zu Ende zu führen. Dass über 85 Organisationen – von großen Verbänden bis zu MIPYMES – geschlossen protestieren, zeigt die Dimension des Problems.
Statt die dringend nötige Modernisierung des Arbeitsrechts transparent und ausgewogen zu gestalten, entsteht der Eindruck einer gesetzgeberischen Improvisation, die mehr Unsicherheit als Klarheit bringt. Besonders problematisch ist, dass kleine Unternehmen, die ohnehin unter hohen Kosten und bürokratischen Hürden leiden, durch zusätzliche Belastungen weiter in die Defensive gedrängt werden.
Wenn Abfindung und Sozialversicherung als Nebelkerzen dienen, um strukturelle Schwächen zu verdecken, dann ist das nicht nur ein politisches Versagen, sondern auch ein Schlag gegen die Glaubwürdigkeit des Reformprozesses. Eine Reform, die angeblich die Wettbewerbsfähigkeit stärken soll, darf nicht genau das Gegenteil bewirken: Blockade der Formalisierung, Rechtsunsicherheit und wirtschaftliche Lähmung.
(DomRepTotal)