Dominikanische Republik: Illegale Motorradrennen – Geschwindigkeit, Wetten und ein tödlicher Adrenalinkick auf den Autobahnen und Landstrassen

Santo Domingo. – Illegale Motorradrennen haben sich in der Dominikanischen Republik zu einem gefährlichen Phänomen entwickelt. Jedes Wochenende blockieren Dutzende Jugendliche Autobahnen wie die Autopista Las Américas, um auf improvisierten Rennstrecken mit Geschwindigkeiten von bis zu 190 km/h gegeneinander anzutreten.

Die Rennen sind längst kein Geheimnis mehr: Sie finden offen statt, mitten am Tag, und ziehen zahlreiche Zuschauer an. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um hohe Wetteinsätze und Prestige für Werkstätten, die ihre Maschinen speziell für diese Wettbewerbe modifizieren. Bremsen, Batterien und andere Teile werden entfernt, um Gewicht zu sparen – die Motoren erreichen fast das Doppelte ihrer ursprünglichen Leistung.

Ein Geschäft mit hohen Risiken

Für viele Mechaniker sind die Rennen ein lukratives Geschäft. Doch Experten warnen: Hinter dem vermeintlichen Spaß steckt eine alarmierende Realität. Laut der Föderation für Moto‑Geschwindigkeit sind tausende Jugendliche in verschiedenen Provinzen beteiligt.

Die Folgen sind tragisch. So starb der 17‑jährige Braylin nach einem Unfall in Puerto Plata. Ärzte berichten, dass die meisten Opfer zwischen 15 und 24 Jahre alt sind und mit schweren Verletzungen wie Schädeltraumata und dauerhaften Behinderungen in die Kliniken eingeliefert werden.

Die Kosten sind enorm: Eine Operation kann bis zu 250.000 RD$ kosten, Intensivpflege bis zu 700.000 RD$. Laut dem Observatorium für Verkehrssicherheit wurden allein in diesem Jahr über 30.000 Menschen bei Motorradunfällen verletzt. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Verkehrsunfälle beläuft sich auf rund 130 Milliarden RD$, etwa 2,2 % des Bruttoinlandsprodukts.

Vorschlag: Rennen ins Autódromo verlegen

Um die Zahl der Todesfälle zu senken, schlagen die Föderation des Motorsports und das Intrant vor, die Rennen in kontrollierte Räume wie den Autódromo Internacional Las Américas zu verlegen. Dort könnten sie unter strengen Sicherheitsauflagen, mit Schutzkleidung und klaren Regeln stattfinden. Länder wie Brasilien, Mexiko und Argentinien haben ähnliche Modelle erfolgreich umgesetzt.

Die Stimme der Betroffenen

Mütter wie Ana Delia de los Santos, die ihren Sohn durch ein illegales Rennen verloren hat, appellieren eindringlich: „Stoppt diese Rennen, startet Kampagnen, damit nicht noch mehr Jugendliche sterben. Was dort gesucht wird, ist der Tod.“

Kommentar

Tragisch und alarmierend ist vor allem das Kindhafte, der Leichtsinn – dieses spontane „einfach mal Gas geben“. Leider führt diese Rücksichtslosigkeit nicht nur bei den Fahrern selbst zu tödlichen Folgen, sondern reißt auch viele Unbeteiligte ins Verderben. (DomrepTotal)

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