
Santo Domingo,-. Offizielle Stellen sprechen regelmäßig von „historischen Rekorden“ im dominikanischen Tourismus. Doch die Zahlen des Zentralbank (BCRD) und des Tourismusministeriums (Mitur) zeichnen ein anderes Bild: Seit mehr als einem Jahrzehnt zeigt der Sektor ein stetiges, langfristiges Wachstum, unterbrochen nur durch die Krise 2019 und den massiven Einbruch während der Pandemie 2020.
Langfristige Entwicklung
- 2010: 4,12 Mio. Besucher
- 2015: 5,60 Mio. (+8,9 %)
- 2018: 6,57 Mio. (+6,1 %)
- 2019: Rückgang um 1,9 %
- 2020: Pandemiebedingter Absturz auf 2,4 Mio. (-62,7 %)
- 2021–2025: Starke Erholung, zuletzt 8,86 Mio. Gäste (+3,8 % gegenüber Vorjahr)
Die Daten zeigen: Von 2010 bis 2025 stieg die Zahl der Touristen fast kontinuierlich. Die Ausnahmen sind 2019 und 2020, die durch externe Faktoren erklärbar sind.
„Rekord“-Narrativ hinterfragt
Während die Regierung Monat für Monat von „historischen Höchstwerten“ spricht, handelt es sich in Wirklichkeit um eine lineare Wachstumsdynamik. Die Steigerungen sind das Ergebnis von besserer Flugverbindung, breiterem Angebot und globaler Markterholung – weniger ein außergewöhnlicher Rekord, sondern vielmehr ein nachhaltiger Trend.
Bedeutung für den Sektor
- Stabilität: Der dominikanische Tourismus zeigt Resilienz und Anpassungsfähigkeit.
- Politische Kommunikation: Die Betonung von „Rekorden“ dient der Imagepflege, verdeckt aber die Tatsache, dass es sich um ein erwartbares Wachstum handelt.
- Prognose: Mit knapp 9 Mio. Besuchern 2025 nähert sich das Land dem Ziel von 10 Mio. Touristen, das bereits 2015 von Ex-Präsident Danilo Medina für 2025 angekündigt wurde.
Wachstum ja – aber kein „Rekordjahr“
Die offiziellen Zahlen für 2023 bis 2025 zeigen zwar eine kontinuierliche Zunahme der Besucherzahlen, doch von „Rekorden“ kann nur eingeschränkt die Rede sein. Vielmehr handelt es sich um ein moderates, langfristiges Wachstum, das sich nach der Pandemie stabilisiert hat.
Entwicklung der letzten Jahre
- 2023: +12,4 % – von 7,16 Mio. auf 8,06 Mio. Besucher (+895.257).
- 2024: +5,9 % – auf 8,54 Mio. Gäste (+477.030).
- 2025: +3,8 % – auf 8,86 Mio. Gäste (+325.008).
Damit liegt das Wachstum 2025 auf dem dritt-niedrigsten Niveau seit 2011, nur über den Rückgängen von 2019 (-1,9 %) und dem schwachen Plus von 2013 (+2,8 %). Auch absolut betrachtet gehört der Zuwachs von 325.008 Touristen zu den fünf geringsten Anstiegen der letzten 15 Jahre.
Ursachen laut Behörden
- Steigende Reisebereitschaft nach der Pandemie.
- Bessere Flugverbindungen auf kurzen Distanzen.
- Diversifizierung des Angebots mit neuen Destinationen und Produkten.
Kritische Einordnung
Die Daten belegen: Der dominikanische Tourismus folgt seit über einem Jahrzehnt einem stetigen Wachstumspfad. Die wiederholte Darstellung als „Rekord“ durch die Behörden ist eher ein rhetorisches Mittel. Faktisch handelt es sich um eine kontinuierliche Entwicklung, die durch externe Ereignisse wie die Pandemie oder einzelne Krisenjahre beeinflusst wird.
👉 Fazit: Der dominikanische Tourismus wächst stabil, aber die jüngsten Zuwächse sind moderat. Die „Rekord“-Rhetorik überhöht die Realität – tatsächlich handelt es sich um eine langfristige, nachhaltige Steigerung, nicht um außergewöhnliche Spitzenwerte.
Nicht berücksichtigt bei den Wachstumsraten sind die Einbrüche der Mitbewerber. Jamaika wurde durch einen Hurrikan stark zerstört und befindet sich im Wiederaufbau. Kuba hat extreme Probleme in der Infrastruktur durch das Embargo der USA. Und Teile von Mexikos Küste leiden unter dem extremen Sargassum-Befall, was Touristen abhält z.B. Urlaube in Q’ro oder Cancun zu buchen. Letztendlich kann mana auch das Fernziel #Ägypten und Grenzländer aufführen. Touristen mit Fernzielen im Nahen Osten haben durch den IRAN Krieg ebenfalls umgedacht bei ihren Urlaubszielen. (DomRepTotal)