Menschenrechtskommission: Rückschritte in der Dominikanischen Republik im Jahr 2025

Santo Domingo – Die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH-RD) hat in ihrem Jahresbericht für 2025 auf schwerwiegende Rückschritte im Bereich der Menschenrechte hingewiesen. Präsident Manuel María Mercedes erklärte bei einer Pressekonferenz, das Jahr sei geprägt gewesen von außergerichtlichen Hinrichtungen, massenhaften Abschiebungen, Zwangsräumungen, Überbelegung in Gefängnissen sowie gravierenden Verstößen gegen besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen.

Der Bericht basiert auf Interviews mit 450 Personen, 65 direkten Zeugenaussagen und Beobachtungen in verschiedenen Provinzen. Demnach wurden 2025 insgesamt 205 mutmaßliche außergerichtliche Tötungen registriert, vor allem junge Männer aus ärmeren Stadtvierteln. Die Organisation kritisiert ein systematisches Muster, bei dem staatliche Stellen Todesfälle unter dem Vorwand von „Schusswechseln“ rechtfertigen.

Im Bereich Migration dokumentierte die Kommission über 379.000 Abschiebungen, vielfach ohne rechtsstaatliches Verfahren und unter Anwendung von rassistischem Profiling, das insbesondere Haitianer und Dominikaner haitianischer Herkunft betrifft. Zudem wurden Fälle von festgenommenen schwangeren Frauen und auseinandergerissenen Familien gemeldet.

Die Gefängniskrise bleibt laut Bericht zentral: Die Überbelegung liegt bei mehr als 150 Prozent, 63 Prozent der Inhaftierten befinden sich in Untersuchungshaft. Mangelnde Hygiene und prekäre Bedingungen verletzen weiterhin die Menschenwürde.

Auch im Wohnungssektor wurden Missstände festgestellt. Mehr als 150 Familien seien von Zwangsräumungen ohne gerichtliche Garantien betroffen gewesen. Insgesamt lebten über 1,5 Millionen Menschen ohne angemessene Unterkunft.

„Der Respekt vor den Menschenrechten darf weder optional noch selektiv sein. Ohne Gerechtigkeit, Gleichheit und Würde ist Demokratie nicht möglich“, betonte die Kommission. (DomRepTotal)

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