
Santo Domingo,– Immobilienentwickler in der Dominikanischen Republik stellen sich zunehmend gegen die Nutzung von Airbnb und anderen Kurzzeitvermietungen – angesichts fehlender staatlicher Regulierung.
Ein Beispiel: „Wichtiger Hinweis: Dies ist ein „Familienturm“; Airbnb oder Kurzzeitvermietungen sind nicht erlaubt“, heißt es in einer Anzeige für ein neu errichtetes Gebäude nahe dem Parque Mirador Sur. Solche Hinweise, ursprünglich als Warnung für potenzielle Käufer oder Mieter gedacht, werden inzwischen von Bauträgern und Maklern aktiv als Qualitätsmerkmal beworben.
Fehlende Regulierung
Der Staat verfügt bislang über keine klaren Protokolle zur Überwachung, Sicherheit und Kontrolle dieser Vermietungsform. Dies birgt Risiken für Gäste – mit Fällen, die bereits vor Gericht landeten.
So verurteilte das Dritte Kollegialgericht des Distrito Nacional Anfang 2025 den Italo-Kolumbianer Michael Saba zu 30 Jahren Haft wegen des Mordes an der Venezolanerin Yenny Carolina Pérez. Der Täter hatte eigens über Airbnb ein Apartment in Piantini gemietet, um die Tat zu begehen.
Rolle der Immobilienbranche
Mangels spezifischer Gesetze greifen Bauträger auf Condominium-Reglements zurück. „Viele Entwickler definieren von Beginn an den Charakter des Wohnprojekts und verankern dies in den rechtlichen Dokumenten, um spätere Konflikte zu vermeiden“, erklärte Alberto Bogaert, Präsident der AEI (Asociación de Empresas Inmobiliarias).
Zahlen und Trends
Nach Angaben des Tourismusministeriums (Mitur) gab es im Februar 2024 landesweit 47.474 Kurzzeitunterkünfte, ein Plus von 18,76 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt standen 117.049 Zimmer zur Verfügung.
Besonders in den urbanen Hochdichtegebieten des Distrito Nacional und Teilen des Gran Santo Domingo prallen Projekte für dauerhafte Wohnnutzung und Investitionsobjekte aufeinander. In Vierteln wie Piantini, Ensanche Naco, Paraíso und Evaristo Morales sind Immobilien sowohl für Kurzzeit- als auch für Langzeitvermietungen attraktiv – je nach Bedarf und finanziellen Möglichkeiten der Investoren.
„In solchen Kontexten setzen manche Projekte bewusst auf Restriktionen als Differenzierungsmerkmal, während die angebotenen Annehmlichkeiten auf die jeweilige Nutzung zugeschnitten sind“, betonte die Acoprovi (Verband der Bauträger). (DomRepTotal)