Dominikanische Republik: Universität von Texas untersucht Erdölpotenzial in Azua

Azua. – Ein Team von Geologen der Universität von Texas in Austin (UT) hat gemeinsam mit Fachleuten des Ministeriums für Energie und Bergbau (MEM) eine technische Erkundung der Sedimentbecken in Azua durchgeführt. Ziel ist es, das Potenzial der dominikanischen Erdöl- und Erdgasvorkommen neu zu bewerten.

Während der Feldarbeit wurden verschiedene geologische Formationen untersucht – darunter Trinchera, Sombrerito, Jura, Ventura und Ocoa – sowie 14 Punkte mit bekannten natürlichen Erdölaustritten. Die Experten nahmen Gesteinsproben, um deren Porosität, Struktur und organischen Kohlenstoffgehalt zu analysieren.

Besonders im Fokus standen die historischen Bohrungen in Maleno, die bereits in den 1930er-Jahren von der Compañía Petrolera Dominicana durchgeführt wurden. Dort tritt bis heute Öl aus, das seit Jahrzehnten Gegenstand von Studien ist.

Die Untersuchung ist Teil eines Kooperationsabkommens zwischen der dominikanischen Regierung und dem Bureau of Economic Geology (BEG) der Universität von Texas. Das BEG gilt als eines der führenden Forschungszentren für Energie- und Rohstoffressourcen in den USA.

Historische Entwicklung der Ölförderung in Azua

  • 1872: Der Geologe William Gabb meldete erste Hinweise auf Erdöl in Azua.
  • 1905: Die Firma Lancaster & Kreider bohrte sechs Löcher, darunter „Higüerito I“, wo Öl gefunden wurde.
  • 1930er–1940er Jahre: Die Compañía Petrolera Dominicana erschloss die Maleno-Felder. Dort trat Öl aus, aber die Qualität war minderwertig.
  • 1950er–1970er Jahre: Mehrere Firmen (u. a. Petrolera Azuana, Dyna-Ray) bohrten weitere Löcher. In einigen Fällen wurde Öl und Gas gefunden, jedoch mit hohem Schwefelgehalt und geringer Wirtschaftlichkeit.
  • Bewertung: Das Öl war schwer und schwefelreich, was eine Raffinierung teuer machte. Deshalb wurde die Förderung eingestellt.

Neuere wissenschaftliche Studien

  • Universität von Texas (Austin): Seit Juli 2026 führen Geologen Feldstudien in Azua durch.
    • Sie untersuchen Formationen wie Trinchera, Sombrerito, Jura, Ventura und Ocoa.
    • Ziel: Analyse von Porosität, Kornstruktur und organischem Kohlenstoffgehalt der Gesteine.
    • Besonderes Augenmerk liegt auf den historischen Maleno-Bohrungen, wo bis heute natürliche Öl-Austritte sichtbar sind.
  • Geologische Befunde:
    • Die Sombrerito-Formation (Miozän) weist gute bis sehr gute organische Kohlenstoffwerte (>1 %) auf.
    • Reservoirgestein: Sandsteine der Trinchera-Formation.
    • Strukturelle Fallen: Antiklinalen, die nach dem Miozän entstanden sind.

Bewertung der bisherigen Ergebnisse

  • Potenzial vorhanden: Geochemische Analysen zeigen, dass die Region durchaus Öl generieren kann.
  • Probleme: Historisch hoher Schwefelanteil und geringe Mengen verhinderten eine wirtschaftliche Nutzung.
  • Aktuelle Forschung: Mit moderner Technologie könnte eine Neubewertung erfolgen, insbesondere ob sich Öl- und Gasförderung in kleinem Maßstab lohnt.
  • Strategische Bedeutung: Die Regierung sieht Azua als Teil einer breiteren Untersuchung der dominikanischen Sedimentbecken, um Investoren mit verlässlichen Daten anzusprechen.

Fazit

Die Ölvorkommen in Azua sind geologisch bestätigt, aber bisher wirtschaftlich nicht nutzbar gewesen. Der hohe Schwefelgehalt und die begrenzten Mengen machten eine Raffinierung unattraktiv. Mit den aktuellen Studien der Universität von Texas könnte sich ein neues Bild ergeben – ob sich eine moderne, eventuell kombinierte Förderung von Öl und Gas lohnt, bleibt abzuwarten. (DomrepTotal)

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