Dominikanische Republik: Umfeld des Estadio Quisqueya verlangt dringend Eingreifen

SANTO DOMINGO.- Während die Regierung den Bau eines neuen Baseballstadions nach MLB‑Standards plant, zeigt sich rund um das Estadio Quisqueya Juan Marichal ein Bild des Verfalls. Die Straßen und Gehwege im Ensanche La Fe sind von Müll, improvisierten Werkstätten und parkenden Fahrzeugen geprägt, was den Alltag für Anwohner und Besucher erschwert.

Chaos im Umfeld

Bei einem Rundgang wurde deutlich: Autos stehen auf Gehwegen, Fußgänger müssen auf die Straße ausweichen, Werkstätten arbeiten direkt im öffentlichen Raum und hinterlassen Ölreste und Abfälle, die in die Kanalisation gelangen. Anwohner berichten von Gestank und verstopften Abwasserleitungen, die bei Regen zusätzlich zu Überschwemmungen führen.

Auch öffentliche Flächen wie der Parque Dicayagua sind zweckentfremdet – als Carwash, Essensstand oder Taxistation. Viele Anwohner haben sich offenbar an diese Missstände gewöhnt.

Probleme im Stadion selbst

Nicht nur außen, auch im Inneren herrscht Unordnung. Der Parkplatz wird als Abstellfläche für verlassene Fahrzeuge genutzt, die dort über Jahre verrotten. Müll sammelt sich an verschiedenen Stellen, und die Reinigung erfolgt nur während der Baseballsaison. „Den Rest des Jahres ist das hier Niemandsland“, klagen Anwohner.

Regierungsprojekt für Neubau

Trotz dieser Zustände treibt die Regierung ein Projekt für ein neues Stadion mit 20.000–21.000 Plätzen, modernster Technik und ergänzenden Einrichtungen wie Hotel und Geschäftszonen voran. Ziel ist es, die lokale Wirtschaft zu beleben und internationale Standards zu erfüllen.

Fazit

Hier zeigt sich wieder ein klassisches Beispiel dafür, wie sich das Land präsentiert: kein Mittelmaß, nur Gegensätze. Musik ist entweder extrem laut oder ganz aus, Strom entweder komplett weg oder alles läuft gleichzeitig. So auch hier: alte Anlagen verfallen und werden nicht gepflegt, während auf der anderen Seite neue Prestigeobjekte geplant werden. Mit solider Bestandspflege ließe sich eine saubere und nutzbare Infrastruktur schaffen – statt immer nur auf den großen Neubau zu setzen. (Hoy/DomRepTotal; Fotos: Alexis Monegro)

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