
Santo Domingo.- Ein Bankdepot von Rafael Leónidas Trujillo aus dem Jahr 1950 war Ursprung einer jahrzehntelangen juristischen Auseinandersetzung. Der Diktator hatte damals 2,3 Millionen US‑Dollar bei Banreservas hinterlegt, mit der Anweisung, die Mittel im Falle seines Todes seiner Geliebten Lina Altagracia Lovatón Pittaluga zu übergeben.
Ihre Kinder, Rafael José Ramón und Yolanda Altagracia Trujillo Lovatón, beanspruchten später die Gelder als Erben. Sie errechneten 2013, dass die ursprüngliche Summe mit Zinsen inzwischen rund 103 Millionen US‑Dollar (über 4,400 Millionen Pesos) betragen würde.
Die dominikanische Justiz entschied jedoch, dass die Mittel unter das Konfiskationsgesetz von 1962 fallen, das die Vermögen Trujillos und seiner Angehörigen beschlagnahmte. Die Suprema Corte de Justicia stellte 2025 fest, dass die Gelder aus dem Staatsvermögen stammten und daher dem Staat zurückgegeben werden müssen. Auch der Verfassungsgerichtshof bestätigte diese Entscheidung.
Damit endet eine außergewöhnliche Streitigkeit über ein Depot, das Trujillo vor mehr als sieben Jahrzehnten für seine Geliebte eingerichtet hatte. Die dominikanische Justiz bekräftigte, dass private Vereinbarungen die Herkunft der Gelder nicht verschleiern können: Sie stammen aus dem missbräuchlich angeeigneten Staatsvermögen während der Diktatur. (DRT)