
Santo Domingo, – Der Senator Antonio Taveras Guzmán hat ein Buch vorgestellt, in dem er über seine Erfahrungen in der dominikanischen Politik reflektiert und den Einfluss des Klientelismus sowie die strukturellen Schwächen der Demokratie im Land analysiert.
Die Publikation fasst seine Eindrücke aus vielen Jahren politischer Arbeit und dem Kontakt mit Gemeinden verschiedener Regionen zusammen, insbesondere aus der Provinz Santo Domingo.
Taveras Guzmán betont, dass die Demokratie in der Dominikanischen Republik „formal funktioniert, aber nicht für alle Bürger gleichermaßen“, und sich für ihn eher zu einem System von Gefälligkeiten als zu einem Raum von Rechten entwickelt habe.
Armut, Ungleichheit und Politik
Der Vertreter der Provinz Santo Domingo, der sich kürzlich als unabhängig erklärte, führt aus, dass Armut, Ungleichheit und institutionelle Schwäche die Beziehung von Millionen Dominikanern zur Politik prägen.
Dies führe dazu, dass Bürger häufig aus Notwendigkeit und nicht aus Freiheit heraus teilnehmen.
„Ich habe gesehen, wie sich die Politik für viele zu einem Instrument entwickelt, um das unmittelbare Problem zu lösen. Wie das Gefallen den Anspruch ersetzt, der Klientelismus die Bürgerschaft verdrängt und Korruption zur Normalität wird, wenn es keine Konsequenzen gibt“, schreibt der Autor in einem Abschnitt des Buches.
Klientelismus als Folge sozialer Ausgrenzung
Das Werk enthält auch eine Reflexion über den politischen Klientelismus, den Taveras Guzmán nicht als individuelles moralisches Problem versteht, sondern als Folge sozialer Ausgrenzung und eines Staates, der nicht in der Lage ist, universelle Rechte zu garantieren.
Er argumentiert, dass Armut als politisches Konstrukt verstanden werden müsse, das aus der Art und Weise entstehe, wie eine Gesellschaft ihre Ressourcen, Institutionen und Machtverhältnisse organisiert.
Zudem warnt er, dass eine Demokratie, in der Bürger aus Notwendigkeit wählen, eine „Demokratie niedriger Intensität“ sei.
Präsentation des Buches
An der Vorstellung nahmen politische Führungspersönlichkeiten, soziale Aktivisten, Akademiker, Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie weitere Persönlichkeiten teil, die mit der öffentlichen Debatte im Land verbunden sind. (DomRepTotal)