
Puerto Plata,– Der Kreuzfahrttourismus in Puerto Plata setzt seinen Aufwärtstrend fort. Nach Angaben des Tourismusministeriums (Mitur) sind für April 2026 insgesamt 54 Schiffsanläufe vorgesehen, davon 19 in der Terminal Amber Cove und 35 in Taíno Bay. Damit bestätigt sich die kontinuierliche Dynamik des maritimen Tourismus im Norden der Dominikanischen Republik.
Tourismusminister David Collado erklärte, das Wachstum im Kreuzfahrtsegment sei Ergebnis einer strategischen Planung, konsequenter Überwachung der Abläufe und fortlaufender Verbesserungen bei den Dienstleistungen für Besucher.
Auch die Leiterin des Tourismusbüros in Puerto Plata, Yokasta Almonte, betonte, dass die detaillierte Programmierung eine frühzeitige Organisation der Hafenprozesse ermögliche. Dies erleichtere die Steuerung der Besucherströme und erhöhe die Effizienz der beteiligten Teams.
Die geplante Struktur der Ankünfte trägt laut Mitur zu einer ausgewogenen Steuerung der touristischen Aktivitäten bei, verbessert die Koordination zwischen Institutionen und hebt die Standards in der Betreuung der Gäste. Puerto Plata festigt damit seine Position als Kreuzfahrtdestination mit hoher operativer Leistungsfähigkeit und nachhaltiger Planung. (DRT)
Anmerkung der Redaktion:
Man jubelt immer über den Kreuzfahrt Tourismus. Touristen bringen Geld in die Stadt, Mehr Besucher, Mehr Geld. Mal ein kritischer Blick auf andere Daten, der bei der Bevölkerung durchaus diskutiert wird, immer wenn das Wasser knapp wird.
Aus Nachhaltigkeitsberichten der Betreiber (wie Carnival Corp für Amber Cove) und Statistiken der dominikanischen Port Authority (APORDOM) lassen sich präzise Durchschnittswerte ableiten.
Hier ist die Aufschlüsselung der Logistik hinter den „schwimmenden Städten“ in Puerto Plata:
1. Frischwasseraufnahme (Bunkering)
Ein modernes Kreuzfahrtschiff verbraucht im Schnitt 200 bis 250 Liter Frischwasser pro Person und Tag. Obwohl die Schiffe über eigene Entsalzungsanlagen (Umkehrosmose) verfügen, tanken sie in Häfen zu, wenn die lokale Infrastruktur dies erlaubt und die Qualität stimmt.
• Geschätzte Menge pro Anlauf: Ein großes Schiff mit 4.000 Passagieren und 1.500 Besatzungsmitgliedern nimmt bei einem Stopp in Puerto Plata oft zwischen 500 und 1.500 Kubikmeter (\bm{m^3}) Frischwasser auf, um die Reserven zu ergänzen.
• Infrastruktur: Amber Cove verfügt über ein eigenes Leitungssystem, das direkt mit den Tanks der Schiffe verbunden werden kann. Taíno Bay nutzt die städtische Versorgung von Puerto Plata (CORAAPPLATA).
2. Abwasser (Wastewater)
Hier herrscht oft ein Missverständnis: Kreuzfahrtschiffe pumpen in Häfen wie Amber Cove oder Taíno Bay fast nie Abwasser in die städtische Kanalisation.
• Onboard-Technik: Schiffe nutzen Advanced Wastewater Treatment Systems (AWTS). Diese reinigen das Abwasser (Blackwater/Greywater) so gründlich, dass es technisch oft sauberer ist als das Wasser aus kommunalen Kläranlagen an Land.
• Entsorgungspraxis: Das behandelte Wasser wird gemäß internationalem Recht (MARPOL) meist während der Fahrt auf offener See (mindestens 12 Seemeilen von der Küste entfernt) abgelassen.
• Ausnahme: Nur in extremen Notfällen oder bei speziellen Werftaufenthalten wird Abwasser stationär entsorgt. In den regulären Betriebsabläufen von Puerto Plata ist eine Abwasserabgabe der Schiffe an den Hafen nicht vorgesehen, da die lokalen Klärwerke die Mengen (ca. 800 – 1.200 \bm{m^3} pro Schiffstag) nicht bewältigen könnten.
Zusammenfassung für Puerto Plata
Während die Schiffe für die Region ein wichtiger Abnehmer für Frischwasser sind (was in Trockenzeiten in der Provinz Puerto Plata durchaus kritisch diskutiert wird), belasten sie die lokale Abwasserinfrastruktur kaum, da sie ihre eigenen hochmodernen Kläranlagen als „mobile Kraftwerke“ nutzen.
In Amber Cove liegt der Fokus derzeit eher auf der Reduzierung von Plastikmüll, da dort laut aktuellen Umweltberichten (2025/2026) Pilotprojekte zur Mülltrennung laufen, um den ökologischen Fußabdruck an Land zu minimieren. (DomRepTotal)