Dominikanische Republik: Mindestens zwei Minderjährige unter 15 Jahren brachten im Januar täglich Kinder in öffentlichen Krankenhäusern zur Welt

Santo Domingo,– Der Internationale Frauentag trifft die Dominikanerinnen zwischen wichtigen Fortschritten und weiterhin großen Lücken: Allein im Januar 2026 wurden in der öffentlichen Krankenhausversorgung der Dominikanischen Republik d69 Geburten von Mädchen unter 15 Jahren registriert. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeden Tag mindestens zwei Minderjährige dieser Altersgruppe entbunden haben, wie Daten des Repositorio de Información y Estadísticas de Servicios de Salud (Riess) zeigen.

Die Zahl unterscheidet sich nur geringfügig von Januar 2025, als 75 Fälle verzeichnet wurden. Unter den 15- bis 19-Jährigen summierten sich die Geburten im ersten Monat des Jahres auf 1.217, was einem täglichen Durchschnitt von 39 entspricht. Trotz der alarmierenden Dimension bedeutet dies einen Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Zwischen 2020 und 2026 wurden im Januar insgesamt 553 Geburten von Mädchen unter 15 Jahren und 12.649 von Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren registriert. Besonders kritisch waren die Jahre 2020 und 2022 mit jeweils über 90 Geburten bei Minderjährigen unter 15 sowie mehr als 2.000 Fällen bei älteren Jugendlichen.

„Ein Indikator für Gewalt und Ungleichheit“

Frauenministerin Gloria Reyes betonte, dass Schwangerschaften bei Minderjährigen als Ausdruck gesellschaftlicher Ungleichheit und Gewalt verstanden werden müssten. „Jede Schwangerschaft bei einem Mädchen unter 15 Jahren ist eine Alarmmeldung. Wir sprechen nicht nur über Zahlen, sondern über Kinder, die eigentlich in der Schule sein sollten, träumen und ihr Leben aufbauen. Stattdessen werden sie mit einer Mutterschaft konfrontiert, die oft mit sexueller Gewalt oder ungleichen Beziehungen verbunden ist“, erklärte sie.

Auch Janet Camilo, Präsidentin der Internationalen Sozialistischen Frauen und führende Politikerin des Partido Revolucionario Dominicano (PRD), bezeichnete die Situation als schwerwiegendes Problem. Sie kritisierte, dass es den Regierungen bislang nicht gelungen sei, verbindliche Vereinbarungen zur Einführung von Sexualerziehung in Schulen zu treffen. „Es ist entscheidend, dass Prävention von Teenagerschwangerschaften im nationalen Bildungssystem verankert wird“, sagte Camilo.

Reyes erinnerte daran, dass Präsident Luis Abinader in seiner jüngsten Ansprache vor dem Kongress eine deutliche Reduktion der Teenagerschwangerschaften hervorgehoben hatte: von 27.476 Fällen im Jahr 2021 auf rund 11.961 im Jahr 2025 – ein Rückgang um 56,5 Prozent.

(DomRepTotal)

1.217

Die Zahl der Geburten von Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, die im Januar 2026 in dominikanischen Krankenhäusern registriert wurden.

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