Bester Freund – schlimmstes Schicksal: Die fehlende Sicherheit für Hunde in der Dominikanischen Republik

Santo Domingo, – Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während Hunde als treue Begleiter und sogar als Retter im Einsatz gelten, werden Millionen ihrer Artgenossen in der Dominikanischen Republik auf den Straßen ihrem Schicksal überlassen. Die Realität zeigt eine Gesellschaft, die oft gleichgültig bleibt – und eine Tierschutzgesetzgebung, die kaum Wirkung entfaltet.

Darío Andújar, Präsident der Stiftung Albergue S.O.S., spricht von erschütternden Szenen: Hunde, die mit Macheten verletzt, hinter Fahrzeugen hergeschleift oder sogar Opfer sexueller Gewalt wurden. „Die Menschen zeigen diese Fälle nicht an – aus Angst“, sagt er.

Ein Gesetz ohne Zähne

Obwohl es seit Jahren eine Gesetzgebung zum Schutz und zur verantwortungsvollen Haltung von Tieren (248‑12) gibt, bezeichnet Andújar sie als veraltet und wirkungslos. Sanktionen gegen Misshandlungen fehlen weitgehend. Er berichtet von Tieren, die getreten, mit Ködern auf die Straße gelockt und von Autos überfahren werden – oder an Fahrzeuge gebunden und durch die Straßen gezerrt.

Arbeit am Limit – Albergue S.O.S.

Seit 2017 rettet Andújar Hunde und Katzen von den Straßen, pflegt sie, lässt sie medizinisch behandeln und vermittelt sie in neue Familien. Die Stiftung arbeitet seit 2018 offiziell, betreut derzeit über 133 Tiere und hat bereits mehr als 300 aufgenommen. Allein im Jahr 2026 wurden 110 Tiere gerettet – 105 Hunde und fünf Katzen.

Arbeit stößt an Grenzen:

  • Monatlicher Bedarf: rund RD$500.000 für Futter, Medikamente und Operationen.
  • Standort: Das Gelände in Hato Viejo (Pedro Brand) steht auf der Kippe, ein eigenes Zentrum würde RD$9 Millionen kosten. Bisher konnten nur RD$80.000 gesammelt werden.
  • Infrastruktur: Es fehlt ein eigenes Fahrzeug, zusätzliche Mitarbeiter sind dringend notwendig.

Krankheiten und Misshandlungen

Neben der Gewalt drohen auch Krankheiten. Falsche Ernährung kann Diabetes verursachen. Hinzu kommen Infektionen wie Erliquiose, Staupe und Parvovirose. Besonders alarmierend: sexuelle Gewalt gegen Tiere. Hunde können dabei Krankheiten wie TVT (Tumor Venéreo Transmisible) oder Brucellose auf den Menschen übertragen.

Ein Appell an Staat und Gesellschaft

Die Bilder von misshandelten Tieren sind ein Spiegel gesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit. Andújar und die Tierschutzkollektive fordern daher eine Spezialstaatsanwaltschaft für Tierschutz, klare Sanktionen und echte Unterstützung durch den Staat.

Fazit:

Die Dominikanische Republik feierte am 21. Juli den Welt-Hundetag – doch für unzählige Tiere bleibt er ein Tag wie jeder andere: geprägt von Hunger, Gewalt und Vernachlässigung. Nur durch konsequentes Handeln von Politik und Gesellschaft kann sich das Schicksal dieser treuen Begleiter ändern. (DRT)

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