Dominikanische Republik: Ziehen Dominikaner für Russland in den Krieg?

Menschenrechtskomitee prangert angebliches Rekrutierungsnetz an

SANTO DOMINGO. – Das Dominikanische Komitee für Menschenrechte (CDDH) hat bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige gegen ein mutmaßliches Netzwerk erstattet, das über 150 Dominikaner mit falschen Jobangeboten ins Ausland gelockt haben soll, um sie gegen ihren Willen in Kriegsgebiete in Russland und im Donbas zu schicken.

Das Komitee und Angehörige der Betroffenen fordern Ermittlungen wegen Menschenhandel und illegalem Transport von Dominikanern.

Modus Operandi

Laut Zeugenaussagen operiert das Netzwerk über digitale Plattformen und soziale Netzwerke, gezielt in wirtschaftlich schwachen Regionen. Den Opfern werden attraktive Arbeitsverträge als Mechaniker, Schweißer, Fahrer oder Logistikpersonal versprochen. Nach der Ankunft in Europa werden ihnen jedoch Pässe und Ausweise entzogen, sie zu militärischen Trainings gezwungen und anschließend direkt an die Front geschickt.

Das CDDH betonte, dass es sich nicht um einen Einzelfall handle, sondern um eine transnationale Praxis, die in den letzten Jahren in Lateinamerika zugenommen habe.

Zeugenaussage

Carlos Manuel Sánchez Díaz, Koordinator des CDDH für die Südregion, erklärte, allein im Municipio Bajos de Haina (San Cristóbal) seien rund 50 Personen unter diesem Schema ausgereist und nun im Konflikt gefangen.

Er stellte klar, dass die Betroffenen keine politische oder ideologische Bindung hätten, sondern einfache Zivilisten seien, die aus wirtschaftlicher Not handelten. Die Route der Schleuser führe über Panama, Kolumbien und die Türkei (Istanbul) nach Russland.

Sánchez bezeichnete die Lage als menschliche Tragödie und warnte, dass die Dominikaner ohne militärische Erfahrung als „Kanonenfutter“ missbraucht würden.

Forderung nach Regierungseingriff

Das CDDH rief die Generalstaatsanwaltschaft, das Außenministerium und das Verteidigungsministerium auf, dringend diplomatische und geheimdienstliche Mechanismen zu aktivieren, um die Betroffenen zu schützen.

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