Dominikanische Republik: El Niño senkt drastisch die Wasserstände der Stauseen

Santo Domingo. – Das Wetterphänomen El Niño hat die Wasserstände der dominikanischen Stauseen erheblich reduziert. Laut der US‑Behörde NOAA besteht eine Wahrscheinlichkeit von über 90 %, dass sich El Niño weiter verstärkt und die Trockenheit im Karibikraum zunimmt.

Historische Intensität der Dürre erwartet

Nach Angaben des Instituto Dominicano de Meteorología (Indomet) liegt das Niederschlagsdefizit seit Mai zwischen ‑45 und ‑54 %. Für Oktober bis Dezember wird eine historische Intensität von 69 % prognostiziert – vergleichbar mit den stärksten Dürreereignissen seit 1950.

Massive Auswirkungen auf die Wasserversorgung

Die Corporación del Acueducto y Alcantarillado de Santo Domingo (CAASD) meldet starke Produktionsrückgänge:

  • Haina‑Manoguayabo: minus 68 % (von 90 Mio. auf 21 Mio. Gallonen pro Tag)
  • Isabela: minus 65 % (von 9 Mio. auf 3 Mio. Gallonen pro Tag)
  • Isa‑Mana und Duey: jeweils über 60 % weniger Produktion

Betroffen sind vor allem die Gemeinden Los Alcarrizos, Pedro Brand, Pantoja, Los Girasoles sowie Wohngebiete im Distrito Nacional südlich der Avenida Kennedy.

Prognosen für die Hurrikansaison

Indomet weist darauf hin, dass ein einzelner Hurrikan die Niederschlagsbilanz deutlich verbessern könnte. Doch die Colorado State University (CSU) erwartet für 2026 eine unterdurchschnittliche Zyklonsaison mit neun benannten Stürmen und nur einem möglichen schweren Hurrikan der Kategorie 3–5.

Aktuelle Wasserstände der Stauseen

Nach Daten des Instituto Nacional de Recursos Hidráulicos (INDRHI) lag das nationale Wasservolumen am Freitag bei 1.343,89 Mio. m³, was 66,57 % entspricht. Einzelne Werte:

  • Monte Grande: 44,7 %
  • Sabana Yegua: 55,5 %
  • Sabaneta: 55,8 %
  • Rincón: 61,6 %
  • Tavera: 66,9 %
  • Bao: 67,6 %
  • Jigüey: 68,0 %
  • Valdesia: 76,3 %
  • Hatillo: 80,2 %
  • Monción: 87,8 %

Um die Versorgung im Großraum Santo Domingo zu sichern, kündigte die CAASD das Projekt „Seguridad Hídrica“ an. Dabei soll Wasser aus der Presa de Hatillo über ein Umleitungssystem nach Santo Domingo Norte, Este und in die Provinz Sánchez Ramírez geleitet werden.

Hier ein Statusbericht der gestern verkündet wurde und die Situation in der Karibik stark verdeutlicht:

• Die US-Jungferninseln wurden wegen einer anhaltenden Dürre als Naturkatastrophengebiet eingestuft.

• Die Einstufung wurde für St. Croix, St. Thomas und St. John ausgesprochen.

• Die Entscheidung traf das US-Landwirtschaftsministerium (USDA).

• Landwirte, die die Voraussetzungen erfüllen, können staatliche Notkredite beantragen.

• Die Kredite sollen helfen, Verluste durch die Dürre auszugleichen.

• Die Mittel können unter anderem für den Ersatz wichtiger Geräte oder Nutztiere, die Neuorganisation landwirtschaftlicher Betriebe oder die Refinanzierung bestimmter Schulden verwendet werden.

• Der Gouverneur der US-Jungferninseln, Albert Bryan, hatte die Einstufung Anfang August offiziell beantragt.

• Besonders Viehhalter sind von der anhaltenden Trockenheit betroffen.

• Nach den USDA-Kriterien kann eine Region als Dürrekatastrophengebiet eingestuft werden, wenn mindestens acht Wochen lang eine schwere Dürre herrscht oder während der Anbausaison eine extreme beziehungsweise außergewöhnliche Dürre auftritt.

Puerto Rico

• Auch Puerto Rico ist von der Dürre betroffen.

• Der Resident Commissioner in Washington, Pablo José Hernández, beantragte beim USDA eine landwirtschaftliche Notstandserklärung für 29 Gemeinden.

• Neun Mitglieder des US-Kongresses unterstützten den Antrag in einem Schreiben an US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins.

• In einigen Gemeinden gelten Einschränkungen bei der Wassernutzung.

• In Cabo Rojo wurden bereits Ernteverluste gemeldet.

• Betroffen sind unter anderem Kaffee, Avocado, Brotfrucht, Paprika und Kokosnüsse.

• Eine Bundeserklärung könnte betroffenen Landwirten den Zugang zu Notfinanzierungen erleichtern.

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