Dominikanische Republik: Parteien schwach, Führungsfiguren stark; ACD‑Media‑Umfrage zur Wahl 2028

Santo Domingo. – Die jüngste nationale Umfrage von ACD Media zeigt ein politisches System im Wandel: Die Bindung an Parteien nimmt ab, während persönliche Führungsfiguren stärker ins Zentrum rücken. Mit einem hohen Anteil an Unentschlossenen und potenziellen Nichtwählern sowie einer Opposition, die in Summe das Regierungslager übertrifft, zeichnet sich eine offene Präsidentschaftswahl 2028 ab – mit hoher Wahrscheinlichkeit einer zweiten Runde.

Krise der Parteibindung

  • 55,6 % der Befragten sympathisieren mit keiner Partei.
  • Nur 25,8 % identifizieren sich mit dem PRM, 7,8 % mit der Fuerza del Pueblo und 7,4 % mit der PLD.
  • Dennoch bündeln PRM (29,1 %), Fuerza del Pueblo (20,9 %) und PLD (15,3 %) zusammen 65,3 % der aktuellen Wahlabsicht.

Führungsfiguren im Vordergrund

  • David Collado liegt bei den individuellen Präferenzen vorn.
  • Leonel Fernández und Omar Fernández verfügen über starkes politisches Kapital.
  • Collado erreicht 40,4 % als möglicher PRM‑Kandidat, bei Parteisympathisanten sogar 54,2 %.

Opposition stärker, aber zersplittert

  • Fuerza del Pueblo (20,9 %) und PLD (15,3 %) kommen zusammen auf 36,2 %, mehr als die PRM (29,1 %).
  • Eine mögliche Annäherung der Opposition könnte das Kräfteverhältnis deutlich verändern.

Doppelspitze in der Fuerza del Pueblo

  • In der Gesamtbevölkerung liegt Omar Fernández mit 47 % vor Leonel Fernández (29,9 %).
  • Unter Parteianhängern dominiert dagegen Leonel mit 67 % gegenüber Omar (33 %).
  • Die Daten deuten auf komplementäre Führungsrollen hin: Omar zieht externe Wähler an, Leonel hält die Parteistruktur zusammen.

Unentschlossene und Enthaltung

  • 18,9 % wissen noch nicht, für wen sie stimmen würden.
  • 11,9 % geben an, nicht wählen zu wollen.
  • Damit bleibt fast ein Drittel des Elektorats ungebunden – ein entscheidender Faktor für den Ausgang.

Phänomen Alofoke

  • Santiago Matías (Alofoke) erreicht 6,3 % der Präsidentschaftspräferenz.
  • Für eine Figur ohne Parteivergangenheit ist dies bemerkenswert, wenngleich nicht ausreichend für eine konkurrenzfähige Kandidatur.
  • Sein Einfluss könnte für kleinere Parteien bedeutsam sein, insbesondere wenn er die 5‑Prozent‑Schwelle überschreitet und damit Zugang zu öffentlicher Finanzierung erhält.

Fazit

Die Umfrage bestätigt: Das politische Feld bleibt außergewöhnlich offen. Das Regierungslager hält die interne Führung, die Opposition zeigt in Summe größere Stärke, und die hohe Zahl an Unentschlossenen macht Prognosen unmöglich. Persönliche Führungsfiguren wie David Collado, Leonel Fernández, Omar Fernández und Alofoke prägen die Dynamik stärker als die Parteien selbst. (DL/DRT)

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