
Santo Domingo – Laut dem Bericht Demokratie und Entwicklung 2026 des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) sind 83 % der Dominikaner überzeugt, dass in sozialen Netzwerken falsche Informationen kursieren. Damit liegt die Dominikanische Republik über dem regionalen Durchschnitt von 76 % und zählt – neben Brasilien und Kolumbien – zu den Ländern mit der größten Sorge über digitale Desinformation.
Der Bericht hebt hervor, dass die Verbreitung irreführender Inhalte zu den größten Herausforderungen für die Demokratien Lateinamerikas gehört, da sie das Vertrauen der Bürger und die Qualität des öffentlichen Diskurses beeinträchtigt. Zudem sind 34,9 % der Lateinamerikaner der Ansicht, soziale Netzwerke hätten die politische Aktivität verschlechtert.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterstützt Maßnahmen gegen Falschmeldungen. Das UNDP betont die Notwendigkeit von digitaler Bildung, Informationstransparenz und neuen Dialogräumen.
Kommentar:
Es ist ein bedauerlicher Umstand, dass sich ein großer Teil der Dominikaner fast ausschließlich über soziale Medien informiert. Falschmeldungen werden dort schnell geteilt und verbreiten sich rasant, ohne dass ihre Richtigkeit hinterfragt wird – obwohl im digitalen Zeitalter mit Suchmaschinen wie Google oder Bing sowie modernen KI-Tools eine Überprüfung jederzeit möglich wäre.
Ein weiteres Risiko stellen Betrüger dar, die selbst vor prominenten Persönlichkeiten nicht zurückschrecken. In manipulierten KI-Videos werden etwa der Präsident, der Direktor der Zentralbank oder Unternehmer wie Frank Rainieri als vermeintliche Ratgeber dargestellt, wie man mit wenig Aufwand Geld verdienen könne.
Leider wirkt die Justiz in diesen Fällen überfordert oder nicht ausreichend interessiert, Falschmeldungen und betrügerische Aktivitäten konsequent zu verfolgen und vor Gericht zu bringen.