
HAVANNA/SANTO DOMINGO – Der Tourismus in Kuba erlebt derzeit eine tiefgreifende Umstrukturierung. Die von den USA erlassene Exekutivverordnung 14404 hat sich als schwerer Schlag für die dort tätigen Hotelunternehmen erwiesen, die sich infolge verschärfter Sanktionen von der Insel zurückziehen mussten.
Die Maßnahmen Washingtons gegen strategische kubanische Sektoren ermöglichen das Einfrieren von Vermögenswerten jener Firmen, die mit Organisationen zusammenarbeiten, die von der Regierung Trump sanktioniert wurden.
Im Zuge dieses Exodus hat Meliá die Verwaltung von 15 Hotels in Kuba aufgegeben, während Iberostar sich aus 12 Betrieben zurückzog, die gemeinsam mit dem staatlichen Konglomerat Gaesa geführt wurden – einer der größten Unternehmensumbauten in der Karibik seit Jahren.
Auch die kanadische Gruppe Blue Diamond kündigte am 1. Juni ihren Rückzug an. Sie war eine der wenigen Firmen, die ihre Präsenz in Kuba zuletzt ausgebaut hatten, mit rund fünfzehn Häusern der Marken Royalton, Memories, Starfish, Mystique und Resonance in Havanna, Varadero und Cayo Largo del Sur.
Meliá begründete den Schritt mit einer Kombination aus geopolitischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Faktoren, die die Rechtssicherheit und operative Stabilität beeinträchtigen. Viele der betroffenen Hotels seien ohnehin geschlossen oder stark eingeschränkt betrieben worden – wegen Stromausfällen, Nachfragerückgang und Versorgungsproblemen, berichtet Diario Libre.
Der Niedergang betrifft nicht nur die Hotellerie: Iberia hat ihre Flüge nach Havanna eingestellt, World2Fly die Operationen beendet, und weitere europäische sowie kanadische Unternehmen haben ihre Aktivitäten reduziert oder ganz aufgegeben.
Während Kuba eine beispiellose Krise durchlebt, zeigt sich die Dominikanische Republik als Gegenpol: Sie hat sich zum führenden Reiseziel der Karibik entwickelt – mit Rekordzahlen bei Besucherankünften, stabiler Wirtschaft, moderner Infrastruktur und verlässlicher Rechtssicherheit.
In diesem Umfeld haben Meliá und Iberostar ihre dominikanischen Geschäfte nicht nur fortgeführt, sondern zu zentralen Säulen ihrer regionalen Strategien ausgebaut.
- Meliá betreibt eine der größten Hotelportfolios des Landes mit Standorten in Punta Cana, Bávaro, Miches und Puerto Plata, darunter einige der bekanntesten Luxusresorts der Ostküste.
- Iberostar ist stark vertreten in Punta Cana, Playa Bávaro, Puerto Plata und Bayahíbe und setzt auf Nachhaltigkeit, Servicequalität und hochwertigen Tourismus.
Damit wird deutlich: Der Rückzug aus Kuba markiert nicht nur das Ende einer Ära, sondern auch den Aufstieg der Dominikanischen Republik als stabilster und attraktivster Tourismusstandort der Region. (DRT)