
Puerto Principe.- In der haitianischen Hauptstadt ist die Gewalt erneut eskaliert. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kamen seit Sonntag in Cité-Soleil, rund fünf Kilometer nördlich von Port-au-Prince, mehr als 80 Menschen ums Leben, knapp 100 weitere wurden verletzt. Zahlreiche Häuser wurden niedergebrannt, Hunderte Bewohner flohen in sicherere Stadtteile.
Die Kämpfe werden von einer Koalition bewaffneter Gruppen geführt, darunter Chien Méchant, 400 Mawozo und die sogenannten Talibans, die um die Kontrolle von lukrativen Wirtschaftsgebieten ringen.
Die Organisation Médicos Sin Fronteras (Ärzte ohne Grenzen) warnte am Dienstag vor der Lage und evakuierte eines ihrer Krankenhäuser in Cité-Soleil. Premierminister Alix Didier Fils-Aimé berief daraufhin eine außerordentliche Kabinettssitzung ein und kündigte „klare Anweisungen und konkrete Maßnahmen“ zur Stärkung der Sicherheitskräfte an.
Offizielle Opferzahlen liegen bislang nicht vor. Laut den Vereinten Nationen (BINUH) forderte die Gewalt allein im ersten Quartal 2026 bereits 1.642 Tote und 745 Verletzte. Die jüngsten Zusammenstöße verdeutlichen die dramatische Sicherheitskrise, die das Land weiterhin erschüttert.
(EFE/DomRepTotal)