
Santo Domingo, – Ein dramatischer Befund zur Staatsverschuldung erschüttert die Dominikanische Republik: Jeder Einwohner trägt inzwischen eine Schuldenlast von mehr als 7.300 US-Dollar, wie das Centro Regional de Estrategias Económicas Sostenibles (Crees) berichtet.
📊 Die Dimension der Krise:
- Die konsolidierte Staatsverschuldung erreichte im Februar 2026 80,670 Millionen US-Dollar.
- Davon entfallen 64,828 Millionen US-Dollar auf den nichtfinanziellen öffentlichen Sektor und 15,841 Millionen US-Dollar auf den Zentralbanksektor.
- Pro Kopf ergibt sich eine Belastung von 7.356 US-Dollar – ein Anstieg von 377 % gegenüber 2007.
⚠️ Strukturelle Gefahr:
Crees warnt, dass die Schulden schneller wachsen als die Wirtschaftskraft. Während das Bruttoinlandsprodukt in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um 6,8 % zulegte, stieg die Verschuldung um 9,7 % jährlich. Das bedeutet: Ein erheblicher Teil des Wachstums wurde nicht durch Produktivität, sondern durch Kreditaufnahme finanziert.
📉 Defizite ohne Ende:
- Das Haushaltsdefizit des nichtfinanziellen öffentlichen Sektors stieg von 1,15 % des BIP im Jahr 2000 auf 3,45 % im Jahr 2025.
- Zwischen 2012 und 2025 wurden über 80 Milliarden US-Dollar allein für Schuldendienst aufgewendet.
- Die Steuerquote liegt bei nur 15–16 % des BIP, eine der niedrigsten in Lateinamerika – zu wenig, um dauerhaft Investitionen und Sozialprogramme zu finanzieren.
💬 Die zentrale Frage:
Ist das aktuelle Wachstumsmodell unter dieser fiskalischen Architektur überhaupt tragfähig? Crees warnt vor einer Spirale, in der steigende Defizite und hohe Zinsen die Verschuldung weiter anheizen. (DRT)
Wirtschaftliche Lage laut Abinader:
- Die Cepal prognostiziert für 2025 ein Wachstum von 3,4 %.
- Andere Studien sehen die Dominikanische Republik unter den sechs am stärksten verschuldeten Volkswirtschaften Lateinamerikas.
- Dennoch habe das Land seine Position verbessert: von der neunten zur siebten größten Wirtschaft der Region.
💬 Abinader betont Schuldenabbau:
„Das Regierungshandeln hat die Schulden reduziert. Im August 2020 lagen sie bei 62 % des BIP, im Dezember desselben Jahres bei 68 %, und heute stehen wir bei 58 % des BIP“, erklärte der Staatschef während seiner wöchentlichen Pressekonferenz La Semanal.
Damit stellt Abinader die Botschaft klar: Trotz wachsender internationaler Besorgnis über die Verschuldung sieht er die Republik Dominicana auf einem Kurs der Konsolidierung, auch wenn die strukturellen Herausforderungen weiter bestehen. (DomRepTotal)