Dominikanische Republik: Las Terrenas – wenn das Chaos das Zusammenleben verdrängt

Tourismus unter Druck durch Lärm und Chaos

Das Küstenstädtchen Las Terrenas hat sich von einem friedlichen Rückzugsort zu einem Schauplatz von Chaos und Anarchie entwickelt. Besonders deutlich wurde dies am Karfreitag und Karsamstag, als die Feierlichkeiten der Semana Santa von Lärm, Müll und Unordnung geprägt waren.

Die ursprünglich religiöse Bedeutung der Osterwoche ist vielerorts verloren gegangen. Stattdessen verwandeln sich die Straßen von Las Terrenas in ein Szenario von „Chercha“ und „Tigueraje“, das die Ruhe der Einwohner und die touristische Attraktivität der Region massiv beeinträchtigt.

Seit der Pandemie ist Samaná – und insbesondere Las Terrenas – zu einem Magneten für neue Wohlhabende ohne Rücksicht auf Ordnung und Respekt geworden. Motorradlärm, Müllberge und Schlägereien sind inzwischen alltäglich und haben die Lebensqualität der Bewohner stark verschlechtert.

In den sozialen Netzwerken äußerten viele Bürger ihre Empörung über das Chaos, das ihnen das wertvollste Gut der Gemeinde raubt: Frieden und Ruhe.

Die Frage bleibt, ob die Behörden den Kontrollverlust hätten verhindern können. Offensichtlich nicht, denn ganze Stadtviertel aus dem Großraum Santo Domingo scheinen sich in Las Terrenas entladen zu haben – mit all den negativen Begleiterscheinungen.

Die Osterfeiertage wirkten wie eine „Rebellion der Massen“, die sich lautstark Raum verschafft und dabei die touristische Substanz der Region gefährdet.

Forderung: Die Behörden müssen dringend eingreifen, um das Bild der Dominikanischen Republik als fröhliches und gastfreundliches Land zu bewahren. Andernfalls droht das Chaos von Las Terrenas auch andere touristische Zentren zu erfassen – und damit die wichtigste Industrie des Landes: den Tourismus.

Anmerkung der Redaktion: Las Terrenas hat eine starke Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten durchgemacht. Der einfache Zugang an nahezu einem Dutzend öffentlicher Traumstranden, nicht mehr alltäglich in der domRep, führt zu einer Art Flashmob bei Jugendlichen aus allen Teilen des Landes.

Die Osterwoche galt schon immer als eine Ausnahmesituation, viele Residenten ziehen es vor über diese Tage die öffentlichen Strassen zu meiden. Die Berichte des COE liefern die Gründe dafür. Man kriegt viele Bürger nicht zur Ordnung.

Las Terrenas hatte sich vorbereitet, es gab Militärposten, doch angesichts der Menschenmassen die die Strassen und Strände fluteten war man machtlos. Hartes Durchgreifen ist fast unmöglich, vor den Augen vieler Touristen.

Nun herrscht wieder Ruhe, bis zur kommenden Osterwoche. Gesetze und Anordnungen werden umgangen. Vielleicht sollte man den Ort für Tagesgäste sperren und nur für Anwohner und Gäste mit Buchungsnachweis zugänglich machen?

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