
COTUÍ. – In Cotuí haben am Sonntagvormittag Dutzende Menschen gegen die zunehmende Verschmutzung der Talsperre Hatillo demonstriert. Die Teilnehmer versammelten sich ab 10 Uhr im Parque Duarte und marschierten anschließend friedlich in Richtung des Stausees. Die Polizei war mit einem breiten Aufgebot präsent, um die Sicherheit während der Aktion zu gewährleisten.
Nach Angaben des Lokalreporters Ramón Antonio Salcedo vom Periódico HOY bewegte sich der Protestzug zum Zeitpunkt seiner Meldung durch den Gemeindebezirk Quita Sueño. Delegationen aus San Francisco de Macorís, Tenares, Pimentel, Piedra Blanca, Maimón und Bonao schlossen sich der Demonstration an. Aufgerufen hatte der Bloque de la Unidad Popular y Sindical.
Hintergrund: Umweltalarm an der Talsperre Hatillo
Die Talsperre Hatillo, der größte Süßwassersee der Antillen, steht seit Dezember 2025 im Fokus wachsender Umweltbedenken. Fischer und Anwohner aus Quita Sueño hatten damals das Auftreten einer olivgrünen Schicht auf der Wasseroberfläche gemeldet – ein Phänomen, das in dem für seine Klarheit bekannten Gewässer zuvor nicht beobachtet worden war.
Die Akademie der Wissenschaften der Dominikanischen Republik bestätigte inzwischen das Vorhandensein von Cyanobakterien (Blaualgen). Diese Mikroorganismen können toxische Substanzen freisetzen, die für Menschen, Tiere und Pflanzen gefährlich sind. Die Akademie stuft die Situation als direkte Bedrohung für das Ökosystem und für die Gemeinden ein, die vom Stausee abhängig sind.
Mögliche Ursachen laut Experten
Zu den Faktoren, die zur aktuellen Belastung beitragen könnten, zählen:
- Einleitungen aus Bergbauaktivitäten in der Umgebung
- Intensiver Einsatz von Düngemitteln und Agrochemikalien
- Eintrag von organischem Material
- Niedrige Wasserstände während Trockenperioden
Forderungen der Bevölkerung
Die Bewohner fordern eine sofortige Intervention des Umweltministeriums, um die Ursachen der Verschmutzung zu klären und Maßnahmen zum Schutz des Stausees einzuleiten. Die Talsperre ist für Cotuí und umliegende Gemeinden eine zentrale Ressource für Fischerei, Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung. (DomRepTotal)