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Dominikanische Republik: Der Schrei von Capotillo - der Beginn eines Befreiungskrieges - DomRep Total

Dominikanische Republik: Der Schrei von Capotillo – der Beginn eines Befreiungskrieges

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Der Schrei von Capotillo

Die Geschichte der Dominikanischen Republik ist gezeichnet von mehreren Befreiungskriegen. Ob es die spanischen Kolonialherren waren oder der Nachbarstaat Haiti, immer wieder gab es Widerstand, mutige Männer, die das dominikanische Volk anführten und befreiten vom Joch der Herrscher. 1863 ist das Jahr, wo ein Krieg ausgerufen wurde, der mit dem „Schrei von Capotillo“, einem Funken auslöste und damit einen der Restaurationskriege.

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Am 16. August 1863 waren es kaum mehr als 15 Männer (Quellenangaben geben 14 oder 15 an), bewaffnet mit Macheten und einigen Gewehren, unter dem Kommando von General Santiago Rodriguez. Diese Männer drangen damals in das haitianisch besetzte Gebiet ein, in den Hügeln von Capotillo, hissten im Nachbarland Haiti die Dominikanische Flagge. Es war besetztes Land, Haiti hatte dieses in einem vorherigen Krieg erobert. Heute liegt dieses geschichtsträchtige Land in der Provinz Dajabon, Gemeinde Loma de Cabrera. Der damals ausgelöste Krieg dauerte fast zwei Jahre und wurde per Dekret von der spanischen Königin Isabel II von Spanien beendet. 

Bildschirmfoto 2019-02-20 um 11.34.33 PM noch heute hisst man jeden Tag auf dem Hügel die dominikanische Fahne

Der Restaurationskrieg von August 1863 – März 1865 war nicht der erste und nicht der letzte Befreiungsschlag der Dominikaner. Heute steht an diesem Ort ein ehrwürdiges Denkmal welches kaum Beachtung findet. Es ist die abgeschiedene Lage, das geringe Interesse an der Geschichte des Landes. Andere Daten und Kriege finden mehr Bedeutung. Schon im Februar 1844 gab es einen Versuch des Widerstandes, einen Befreiungsschlag. Der damalige Präsident Pedro Santana erklärte im April 1866 ebenfalls die Befreiung, an einem Tag, als der Patriot Francisco del Rosario Sanchez sein Leben verlor, als er mit rund 400 Soldaten in haitianisches Territorium eintrat um die dominikanische Souveränität zu erklären.

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Der Schrei von Capotillo löste einen Aufruhr aus in Sabaneta, Guayubín, Monte Cristi, Moca, San José de las Matas, Dajabón, San Francisco de Macorís, Cotuí und La Vega aus. Es war die Antwort auf die Aufgabe des damaligen Präsidenten Pedro Santana, der am 18. April 1861 die Herrschaft der Dominikanischen Republik erneut in die Hände der Kolonialmacht Spanien übergab. Schon am 2. Mai 1861 gab es eine Revolte, angeführt von General Jose Contreras. 

Der Widerstand jedoch reichte nicht aus. Erst der „Schrei von Capotillo“ am 16. August 1863, ausgelöst von nur rund 15 Soldaten und einem General führte dazu, dass Spanien am 3. März 1865 ein Dekret in Spanien unterzeichnet, welches die Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik erklärte. 

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Was wenige wissen: das Denkmal ist nicht nur Geschichte, es bietet einen Platz für Dominikaner und andere Bewohner, an diesem Platz ihre Feierlichkeiten zu zelebrieren. Es gibt alle notwendigen Einrichtungen vor Ort um hier private Feiern, Hochzeiten und Jubiläen zum Beispiel, zu feiern. Capotillo ist mehr als nur eine kleine Ortschaft, hier wurde einst Geschichte geschrieben und dies kann jeder ebenfalls, für seine eigene „historische Timeline“. Eheschließung und Unabhängigkeit der spanischen Monarchie, diese Kombination bietet doch ein gewisses Extra. (Anfragen für die Anmietung der Räumlichkeiten sind an das Kulturministerium zu richten.)

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Pedro Santana, der ehemalige Präsident der Dominikanischen Republik, hatte nach 17 Jahren die Unabhängigkeit aufgegeben. Grund war die Angst vor einem erneuten Angriff aus Haiti, sowie eine erhebliche Wirtschaftskrise. Nach 17 Jahren der Unabhängigkeit fürchtete der Präsident einen erneuten Übergriff aus Haiti, aus diesem Grund übergab Santana die Macht erneut an die spanischen Kolonialherren. Am 4.Juli 1861 gab er seine Unfähigkeit bekannt, und im Januar 1862 trat er von seinem Amt zurück. 

Die Spanier, durch das Versagen von Santana wieder an die Macht gekommen, zeigten sich als ruhe Herrscher. Sie enteigneten die Bevölkerung, ohne eine Entschädigung zu bieten. Das traf vor allem viele Familien im Cibao, wo Bauern von ihren Erträgen aus Landwirtschaft und Viehzucht lebten. 

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Kritik an den Dominikanern kam damals auch vom Erzbischof, er hatte entdeckt, dass viele in einer Partnerschaft lebten, jedoch ohne Trauschein. Dies begründeten die Bewohner damit, dass es nur wenige Kirchen zu der Zeit gab und es nur wenige Transportmöglichkeiten gab, um zu einer Trauung in eine Kirche zu fahren. Spaniens Vertreter der Katholischen Kirche hatten eine sehr strenge moralisch Vorstellung von der Ehe.

Weiter machten sich die Kolonialherren unbeliebt mit der Erhebung höherer Zölle für Produkte die nicht aus Spanien kamen. So wollte man eine Monopolstellung auf dem Markt erreichen. Zudem verbreiteten sich Gerüchte, dass die Spanier dunkelhäutige Dominikaner als Sklaven nach Kuba und Puerto Rico verkauften. Zwar wurde dies immer von den Kolonialherren als Lüge hingestellt, die Gerüchte nahmen dennoch ihren Lauf, die Spannung zwischen Dominikanern und Spaniern stieg.  

Im Januar 1862 kam aus Spanien der königliche Auftrag Gebiete wiederzuerlangen, die zuvor von Haitis Präsident Toussaint Louverture 1794 erobert wurden. Spanische Truppen forderten Haitianer zur Räumung der Gebiete auf, diese befanden sich entlang der haitianisch – dominikanischen Grenze. Der damalige Präsident aus Haiti, Fabre Geffrard gab deshalb seine neutrale Haltung gegen die Spanier auf, half den dominikanischen Rebellen bei ihrem Widerstand gegen Spanien.

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Am 16. August 1863 führte General Santiago Rodriguez eine Gruppe von Rebellen (siehe oben) an, den Hügel von Cabrera  besetzten. Hier wurde in der Ortschaft Capotillo die dominikanische Fahne gehisst. Diese Aktion bezeichnete man später als „Schrei von Capotillo“. Was eine kleine Rebellengruppe startete, wurde in der Hauptstadt Santo Domingo und vielen anderen Städten des Landes fortgeführt. Immer mehr Städte im Cibao folgten dem Aufruf, die Bevölkerung bewaffnete sich. Unter dem Befehl von General Gaspar Polanco zogen rund 6.000 Guerillakämpfer in Richtung der Festung San Luis in Santiago. Hier waren 800 spanische Soldaten stationiert, die Festung wurde zuerst belagert, am 13. September 1863 eingenommen. Am folgenden Tag ernannten die Rebellen Jose Antonio Salcedo zu ihrem Präsidenten, gleichzeitig wurde Ex-Präsident Pedro Santana als Verräter verurteilt, dieser führte mittlerweile spanische Truppen an. Santana ersuchte Hilfe von den USA, diese wurde jedoch abgelehnt. 

Bis März 1864 waren rund 1.000 spanische Soldaten getötet worden, angeführt von den Generälen Gaspar Polanco und dem Mulatten Gregorio Luperon. Von rund 21.000 spanischen Soldaten verstarben weitere 9.000 durch den Ausbruch eines Fiebers. 6.000 Soldaten der Kolonialherrscher wurden abgeteilt um Gräber zu schaufeln für die verstorbenen Kameraden. Gleichzeitig spitzte sich die Lage unter der spanischen Armee zu, Pedro Santana soll sich der Anordnung widersetzt haben, seine Truppen um Santo Domingo zu konzentrieren. Daraufhin wurde er vom Generalgouverneur Jose de la Gandara aufgefordert, sich einem Kriegsgericht in Kuba zu stellen. Dieser Anordnung kam Santana nicht mehr nach, er starb im Juni, noch vor dem Antritt zu der Reise nach Kuba. 

De la Gandara versuchte dann, mit den dominikanischen Rebellen eine Waffenruhe zu beschließen. Mit dem Anführer Salcedo stand er kurz davor, doch wurde der Rebellenführer von den Truppen, welche unter dem Befehl von Gaspar Polanco standen, gestürzt und ermordet. Die Situation der Kolonialmacht in der Dominikanischen Republik war in Spanien sehr unpopulär, das Land hatte eine eigene politische Krise, diese führte 1866 gar zum Rücktritt des spanischen Premierministers Leopoldo O´Donnell. Spaniens Kriegsminister orderte dann an, die Militäreinsätze auf der Insel Hispaniola zu beenden. 

Die von Gaspar Polanco ernannte Regierung war kurzlebig. Nachdem er versucht hatte, ein Tabakmonopol im Auftrag seiner Freunde zu gründen, wurde er und seine Bewegung gestürzt. Sein eigener Bruder, General Juan Antonio Polanco, leitete den Umsturz ein, unterstützt von Pedro Antonio Pimentel und Benito Moncion. Diese Truppe ernannte dann im Januar 1865 Benigno Filomeno de Rojas zum Präsidenten, Vizepräsident wurde Gregorio Luperon. Eine neue Verfassung wurde ins Leben gerufen und als diese anerkannt wurde, ernannte man am 25. März 1865 General Pedro Antonio Pimentel zum Präsidenten der Dominikanischen Republik. 

Am 3. März 1865 unterzeichnete Spaniens Königin Isabella II das Abkommen zur Aufhebung der Annexion. Seit dem 15. Juli 1865 gab es keine spanischen Soldaten mehr in der Dominikanischen Republik. 

Bildschirmfoto 2019-02-17 um 10.01.54 PM*Francisco del Rosario Sanchez war übrigens einer der wichtigen Landesväter der Dominikanischen Republik. Er war Mitbegründer der „Trinitarier“, die Widerstandgruppe, welche vom Ur-Landesvater Juan Pablo Duarte angeführt wurde. Sanchez war in der Hierarchie hinter Duarte und vor Matias Ramon Mella. 

(alle Rechte an Text / Fotos bei Domreptotal)

 

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