Die Dominikanische Republik und die rechtliche Lage der Strände

Die Strände der Dominikanischen Republik sind der Touristenmagnet schlechthin. Es gibt rund 170 „Playas“, eine genaue Zahl ist nicht bekannt, es schwankt je nach den Quellen. 

Das schönste ist, dass ALLE Strände des Landes als öffentlich gelten, es ist sogar in der Verfassung (Artikel 15) geregelt (Gesetz Nr. 305-68). Ein Streifen von 60 Metern, gemessen von der höchsten Wasserlinie landeinwärts, ist im Besitz der Marine – und somit für Jedermann zugänglich, egal ob Einheimischer oder Tourist.

Natürlich gibt es private Strandgrundstücke, doch die Eigentümer dürfen den Strand nicht absperren. Wer gegen das Gesetz verstösst kann mit einer Geldbuße bis zu 1 Million RD$ belegt werden und auch Haftstrafen bis zu drei Monaten sind möglich. 

Die maritime Zone gilt somit als öffentlich und es darf hier auch nicht dieses Gebiet zu bebauen (feste Konstruktionen aus Zement / Steinen), illegale Gebäude können sofort abgerissen werden. Konstruktionen aus Holz werden geduldet, da diese jederzeit wieder leicht zu entfernen sind.

Soweit die Rechtslage, doch im Land sieht es dann in der Praxis anders aus. Betroffene, denen die Strandbenutzung verwehrt wurde, können Beschwerden direkt beim Ministerium für Umwelt und Naturressourcen eingereicht werden, aber auch bei der Umweltstaatsanwaltschaft (Procuderia Ambiental). 

In der Praxis sieht es anders aus. Deutlich sichtbar ist es vor allem in der beliebtesten Urlaubsregion Punta Cana / Bavaro / Cap Cana. Hier reihen sich Hotels dicht aneinander. Auch wenn es laut einem alten Umweltgesetz mindestens alle 5km einen öffentlichen Zugang zum Strand geben muss, so findet man diese selten, oder es gibt sie einfach nicht. 

Der bekannteste Zugang zum Bavaro Strand dürfte Bibijagua sein, und der schmale Weg beim Restaurant Jellyfish. Weitere schmale Pfade zeigt Google Maps an ( >Bavaro Beach public access< ) Wer mit dem Mietwagen / eigenen Auto kommt sollte früh am Start sein, Parkplätze sind rar. Für Touristen in einer FeWo – Anlage sollten besser mit Uber zum Strand fahren.

Probleme gibt es auch häufiger in Juan Dolio, wo Sicherheitsangestellte der Luxus- Wohntürme direkt am Strand Eigenbedarf beanspruchen und Besucher vertreiben damit die Bewohner ungestört „ihren“ Strand nutzen können.

Andererseits kann man auch Hotelketten und andere Investoren verstehen. Die Regierung lockt mit vielen Ködern, da wird man kaum sagen: Achtung, der Strand ist nicht Eurer allein!

Wer will schon seinen Gästen die meist dominikanischen Strandbesucher zumuten, welche mit Kühlboxen und BoomBox an den Strand ziehen und häufig dann die Abfälle am Strand hinterlassen? Die Regierung hält sich dann lieber zurück bei Strafmassnahmen, sollte es mal Beschwerden geben, dass man jemand vom „öffentlichen“ Strand verwiesen hat?

Was sich nun seit Jahrzehnten in Punta Cana etabliert hat, wird in den neuen Urlaubsregionen bald zu beobachten sein, wie Cabo Rojo, Miches und überall da, wo Investoren ihre hässlichen Betonburgen direkt am Strand erstellen. 

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