Dominikanische Republik: Kaffeeproduzenten fordern stärkere Investitionen in den Kaffeesektor

SANTO DOMINGO. – Zum Nationalen Tag des Kaffees hat die Red Nacional de Productores y Emprendedores del Café (REPROCA) die Regierung aufgefordert, mehr Mittel in die Kaffeeproduktion zu investieren und die strukturelle Vernachlässigung eines für die Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zentralen Agrarsektors zu beenden.

Forderung nach gezielter Förderung

Die Organisation kritisierte, dass der Staat jährlich rund 350 Millionen Pesos an das Instituto Dominicano del Café (INDOCAFE) überweist, doch der Großteil dieser Mittel fließe in Personalausgaben, nicht in die Förderung der Produktion.

Laut REPROCA stieg die nationale Kaffeeproduktion von 309.000 Quintales im Jahr 2018 auf 458.000 im Jahr 2025. Mit einer angemessenen Investitionspolitik könne diese Menge verdoppelt werden.

Der Verband betonte, dass 23.000 Familien vom Kaffeeanbau leben, 50.000 feste Arbeitsplätze direkt davon abhängen und während jeder Ernte bis zu 500.000 saisonale Jobs entstehen.

Fehlende politische Unterstützung

In einer Erklärung beklagte REPROCA die „Gleichgültigkeit und Untätigkeit“ der Behörden gegenüber dem Kaffeesektor. Der Nationale Tag des Kaffees, der seit 2010 begangen wird, solle eigentlich die Bedeutung des Produkts würdigen, doch die Realität zeige eine zunehmende Vernachlässigung.

Trotz eines Anstiegs der internationalen Kaffeepreise von 5.500 US-Dollar pro Quintal (2021) auf 23.000 US-Dollar (2025) habe die Regierung diese Gelegenheit nicht genutzt, um die Exporterlöse zu steigern.

Herausforderungen für die Branche

REPROCA verwies auf die Ausbreitung von Kaffeerost und Kaffeebohrer, die die traditionelle Produktion geschwächt hätten. Zudem sei die Mitbestimmung kleiner Produzenten verloren gegangen, seit der Consejo Dominicano del Café (CODOCAFE) durch das INDOCAFE ersetzt wurde.

Zwischen 2020 und 2026 habe das jährliche Budget nie mehr als 370 Millionen Pesos betragen – fast ausschließlich für Lohnkosten.

Importabhängigkeit und nationale Identität

Obwohl im Land viel Kaffee konsumiert wird, stamme über 60 % des konsumierten Kaffees aus dem Ausland, warnte REPROCA. Diese Situation gefährde nationale Marken und lokale Unternehmer, die den dominikanischen Kaffee als Teil des kulturellen Erbes verteidigen.

Vorschläge für eine nachhaltige Zukunft

Die Organisation appellierte an Präsident Luis Abinader, eine neue nationale Strategie zur Wiederbelebung der dominikanischen Kaffeekultur zu entwickeln.

Ziel sei es, die hohen Weltmarktpreise zu nutzen, Importe zu reduzieren (aktuell rund 4 Milliarden Pesos) und Exporte zu steigern.

„Die Stärkung der Kaffeewirtschaft bedeutet auch den Schutz unserer Böden und Berge – sie sichern Wasser für Stauseen und Bewässerungskanäle“, betonte REPROCA, die über 40 Vereinigungen kleiner und mittlerer Produzenten und Röstereien vereint.

Die Organisation schloss mit dem Appell:

„Die Lösung der Kaffeeproblematik ist der Schlüssel zu einer umfassenden ländlichen Entwicklung – ohne ländliche Entwicklung gibt es keine nationale Entwicklung.“ (DRT)

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