
Die starke Präsenz von Hyundai und Kia im dominikanischen Fahrzeugbestand erleichtert den schnellen Absatz gestohlener Teile in illegalen Werkstätten.
Santo Domingo.- Während die Zahl der Fahrzeugdiebstähle mit 357 gestohlenen Fahrzeugen den niedrigsten Stand seit drei Jahren erreichte, konzentrierten sich die Kriminellen auf Motorräder, bei denen laut Angaben der Nationalpolizei über die Zentraldirektion für Ermittlungen (Dicrim) im Jahr 2025 ein Anstieg auf 5.003 Fälle zu verzeichnen war.
Die Autodiebstähle sind im Vergleich zu 2024, als 452 gestohlene Fahrzeuge gemeldet wurden, und 2023 mit 467 gestohlenen Fahrzeugen zurückgegangen. Gleichzeitig sind die Wiederauffindungsraten weiterhin begrenzt: In diesem Jahr wurden 829 Fahrzeuge gefunden, weniger als die 936 im Jahr 2024 und die 997 im Jahr 2023.
Nach Angaben der Behörden führen die Marken Hyundai und Kia die Statistik der gestohlenen Fahrzeuge im Land an und sind damit die Hauptziele krimineller Netzwerke, die sich auf diese Art von Straftaten spezialisiert haben.
Motorräder: Die Bedrohung wächst
Was Motorräder betrifft, so zeigen die Daten, dass Diebstähle angesichts ihres Anstiegs im letzten Jahr weiterhin eine Herausforderung darstellen.
Im Jahr 2024 war mit 4.599 gestohlenen Einheiten ein Rückgang zu verzeichnen, doch 2025 kam es zu einem leichten Anstieg auf über fünftausend Fälle. Was die Auffindung angeht, so wurden 3.496 Motorräder gefunden, was eine Ausweitung des Umfangs der Polizeieinsätze belegt, jedoch übersteigt die Zahl der Diebstähle diese nicht.
Marken und der Schwarzmarktfaktor
Die Behörden weisen darauf hin, dass die starke Präsenz von Hyundai und Kia im dominikanischen Fahrzeugbestand – bedingt durch ihre Verwendung im öffentlichen Nahverkehr, in Taxis und auf Mobilitätsplattformen – den schnellen Absatz gestohlener Teile in illegalen Werkstätten und sogenannten „Fahrzeugfriedhöfen” erleichtert.
Polizeiberichten zufolge sind diese Modelle aufgrund einer Kombination aus technischen und kommerziellen Faktoren für Kriminelle besonders attraktiv. In bestimmten Baujahren weisen sie Schwachstellen in ihren Zündsystemen auf, was ihren Diebstahl erleichtert, ohne sichtbare Spuren von Gewalteinwirkung zu hinterlassen.
Hinzu kommt die hohe Nachfrage nach ihren Teilen auf dem informellen Ersatzteilmarkt, was Anreize für ihren Diebstahl zum Zwecke der Verschrottung schafft. In den meisten Fällen ist das Ziel nicht der Weiterverkauf des gesamten Fahrzeugs, sondern dessen Demontage, was die Rückverfolgbarkeit erschwert und die Chancen auf eine Wiederbeschaffung verringert.
Diese Dynamik, erklären die Forscher, macht diese Marken zu einer „sicheren Investition“ für kriminelle Banden, da jedes Teil einen potenziellen Käufer findet.
Ein aktueller Fall veranschaulicht dieses Problem: Am 30. Dezember meldete ein Mann den Diebstahl seines Fahrzeugs Kia K5, Baujahr 2019, der sich am Kilometer 13 der Avenida República de Colombia gegenüber der Autowaschanlage Los Taxistas ereignet hatte.
Der Besitzer, identifiziert als Francisco Javier, bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach dem Fahrzeug.
Die Nationalpolizei wiederholte ihren Aufruf an die Bevölkerung, Präventionsmaßnahmen wie die Installation von GPS-Systemen, Alarmanlagen und mechanischen Sperren zu verstärken, und versicherte gleichzeitig, dass sie ihre Ermittlungen zur Zerschlagung der Banden, die sich auf den Diebstahl dieser Marken spezialisiert haben, fortsetzen werde. (DL)